Trotz eisiger Kälte und leichtem Schneefall zog es Hunderte nach Nierst. Die Teilnehmer zeigten diesmal besonders originelle Kostüme.

Nierst. Erst schien es, als habe die Sonne ein jeckes Einsehen, doch pünktlich zum Umzug der Theodor-Fliedner-Schulklassen trieben schon wieder weiße Flocken ihren eigenen Karnevals-Schabernack. Dabei hatten sich die jungen Narren diesmal besondere Mühe mit der Kostümierung gegeben.

Kinofilmen entlehnt waren zum einen entzückende "Kung-Fu-Pandas" sowie Jedi -Ritter mit Laserschwertern oder den berühmten Schneckenfrisuren bei den kleinen Sternenkriegerinnen zu sehen. Auf einem Bollerwagen, der durfte nicht fehlen, Roboter C3PO, in Gestalt eines Treteimers.

"Möge die Macht mit dir sein", proklamierte die Bande und erklärte zur Freude des Klassenlehrers "Wissen ist Macht". Dazu verwegene Piraten-Lehrlinge nebst winzigem Schiff auf Rädern und eine Musketiergarde - hier auch erstaunliche Turm-Frisuren, nämlich weiße Puderperücken bei den Hofdamen, nonchalant zur Schau getragen.

Die 4b trat als Roboter-Gang an, die 1a-Dötze stellten die Länder der Erde dar. Den der Kälte trotzenden Klassen und dem Wagen des Prinzenpaares Soe I und Dennis II, ein gekrönter Schwan, folgte der nicht zu übersehende Spielmannszug in sehr leuchtender Neon-Verkleidung von Kopf bis Fuß und schließlich ein silbergraues elegantes Cabrio.

Auf dem Heck "thronten" im wahrsten Sinne und sichtlich stolz auf die Wagenmarke der Prinz sowie seine Prinzessin, in froher Erwartung auf den Biwak, eine Wegpause mit Kaffee und Kuchen.

Am Nachmittag konnte die Schar der bunten Lokalpatrioten aus winzigen Kühen, immer noch vielen Cowboys und Indianerinnen, Mini-Polizisten, mollig verpackten Eisbärchen und vielfältig kreativ und im Recycling versiert mit "Restmüll" wie Tüten oder ausgemusterten Cds verkleidete Eltern einen Tanzauftritt der Prinzengarde anschauen.

Ein Treiben, welches schon seit 5000 Jahren Anhänger hat: eine altbabylonische Inschrift spricht vom Gleichheitsprinzip - Mann, Frau, reich, arm, ein paar Tage fließen die Grenzen, bis heute, dank der "erlaubten Vermummung", ein charakteristisches Merkmal des Karnevals.

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