Politiker informieren sich über Windenergie und Suche nach Standorten.

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Windräder wie hier in Meerbusch könnten auch bald in Langenfeld stehen. Archiv

Windräder wie hier in Meerbusch könnten auch bald in Langenfeld stehen. Archiv

Marc Ingel

Windräder wie hier in Meerbusch könnten auch bald in Langenfeld stehen. Archiv

Meerbusch. Der Windenergieerlass des Landes vom Juli vergangenen Jahres hat eine klare Position pro Windenergie. Die Landesregierung setzt auf den Wind als regenerativen Produzenten, in diesen Breitengraden zuverlässiger als die Sonne.

Der Bau und Betrieb der Anlagen sollen erleichtert, die Kommunen ermuntert werden, Projekte zu realisieren. Nicht zuletzt sollen ihnen mögliche Einnahmen das Engagement schmackhaft machen: wenn sie selbst die Anlagen betreiben, Grundstücke verpachten, Steuern erhalten.

Je höher die Nabe, je mehr Ertrag kann erwirtschaftet werden – diese Gleichung ist unverändert gültig, betont Anja Aster am Dienstag in der Sitzung des Planungs- und des Umweltausschusses.

Abgesenkt worden sind aber die Hürden für die Aufstellung der Windräder, die von Anwohnern vielfach gefürchtet sind: So ist ihr Bau im Wald und auch in Naturschutz-, Landschafts- und Wasserschutz sowie Überschwemmungsgebieten nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen.

Handlungsrahmen ist größer geworden

Der Abstand zur Wohnbebauung, zu Straßen oder Denkmälern ist unterschiedlich exakt festgelegt, sagt Aster, und: Es gebe keine pauschale Höhenbegrenzung für Windkraftanlagen. „150 Meter sind heute das Mindestmaß für einen wirtschaftlichen Betrieb.“

NRW hat sich zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 25 Prozent zu senken, bis 2050 um 80 Prozent. Der Windenergie-Anteil soll von heute 4 Prozent bis 2020 auf 15 Prozent steigen.

Energie zu sparen, den CO2-Ausstoß zu verringern – dieses Ziel hat Meerbusch mit seinem Klimaschutzkonzept 2007 beschlossen. Die Dachausrichtung in Neubaugebieten, energetische Standards, Bürgersolaranlagen und das Programm der rationellen Energieverwendung an Schulen sind ein Teil davon. Im vergangenen Jahr wurde die Perspektive über diese städtischen Projekte hinaus gelenkt: In ein integriertes Klimaschutzkonzept sollen Private und Unternehmer gleichermaßen eingebunden werden. Ein Konzept ist in Arbeit.

Das Gelände in Osterath an der Stadtgrenze zu Willich ist Standort von drei rund 100 Meter hohen Windrädern und hat Kapazität für zwei weitere. Höher als 115 Meter, so der aktuelle B-Plan, dürfen die Anlagen nicht sein. Diese Festlegung kann man laut des städtischen Bauordnungsexperten Lutum nur durch eine Änderung des B-Plans oder eine Neuaufstellung aufheben. Auch der Flächennutzungsplan muss angepasst werden.

Informationen rund um Windenergie stellt die Energieagentur im Netz bereit:
www.energieagentur.nrw.de

Das Kriterium, das Landschaftsbild würde verschandelt, würde einer Genehmigung nur entgegenstehen, wenn die Veränderung „grob und unangemessen“ sei. Auch insofern habe sich die Bewertung der Windkraft verändert. Der Handlungsrahmen sei größer geworden.

Fraktionen wollen das weitere Vorgehen beraten

Obwohl Holger Losse angesichts der wenigen Freiflächen trotzdem „keine Chance für Großanlagen“ sieht, wollen die Fraktionen in den nächsten Wochen beraten, ob und wo eine Fläche für Windenergieanlagen – über die in Osterath bereits existierende hinaus – ausgewiesen werden könnte.

Klaus Rettig (FDP) und Peter Stüttgen (CDU) unterstützen das Vorhaben: Es habe in der Bevölkerung nach Fukushima ein erhebliches Umdenken stattgefunden. Dass für eine Umwidmung Bebauungspläne verändert werden müssten, wie die Verwaltung warnend betont, sieht Ingrid Maas (Grüne) gelassen: „Wenn es nötig ist, werden wir das tun.“

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