Kripo hat das stark beschädigte Wohnhaus an der Rheinstraße in Lank freigegeben.

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Mitarbeiter der Firma Bödicker ziehen die Folie auf, damit bei Regen nicht noch mehr Wasser ins Haus eindringt.

Mitarbeiter der Firma Bödicker ziehen die Folie auf, damit bei Regen nicht noch mehr Wasser ins Haus eindringt.

Scherben der Dachpfannen liegen im Innenhof, erste Dachlatten liegen für die Reparaturarbeiten bereit.

Marc Ingel, Bild 1 von 2

Mitarbeiter der Firma Bödicker ziehen die Folie auf, damit bei Regen nicht noch mehr Wasser ins Haus eindringt.

Lank. Am Neujahrsmorgen um 2.38 Uhr klingelt das Handy. Die ersten Nachfragen des Anrufers lassen Dieter Lonny am anderen Ende hellwach werden: An seinem Urlaubsort in Österreich aus dem Schlaf gerissen, erfährt Lonny, dass sein Mehrfamilienhaus an der Rheinstraße in Lank brennt. Wie er reagiert hat? Lonny zuckt mit den Schultern: „Ich habe gedacht, da will mich einer auf den Arm nehmen.“ Wenige Minuten später ist er „vor allen Dingen froh, dass den Bewohnern nichts passiert ist. Alles andere lässt sich regeln.“

Schon am Neujahrstag sind Bewohner zurückgekehrt

Am Neujahrs-Nachmitttag trifft er in Lank ein, kontaktiert zwischendurch Polizei, Versicherung und Handwerker. Mittwochmittag klettern Dachdecker auf der maroden Konstruktion herum und sichern das Loch im Dach ab. Regenwolken hängen drohend am Himmel. Die Mieter sind dankbar, die Kripoleute, die zur Mittagszeit den Brandort begutachten, sind eher ungehalten. Funken einer Rakete würden als Brandursache nicht ausgeschlossen, berichtet ein Hausbewohner. Offizielles gibt es von der Polizei am Mittwoch noch nicht.

Die Dachgeschosswohnung ist noch versiegelt, die Wohnungen darunter sind durch Rauch, Ruß und Löschwasser beschädigt.

Nichtsdestotrotz ist das Haus schon am Neujahrstag wieder bewohnt: Der linke Bereich ist nahezu unversehrt, doch auch Ingeborg Rössel hat es nach der ersten Nacht bei Verwandten wieder in ihre Wohnung im rechten Flügel getrieben: trotz Wasserschaden, fehlendem Strom und stillgelegter Heizung. „Das wird alles gemacht, sobald das Haus freigegeben ist“, verspricht Lonny.

Ungewöhnliche Geräusche alarmierten den Mieter

In der Unglücksnacht war Salvatore Di Noto, der mit Frau und Kind im Dachgeschoss wohnt, ungewohnten Geräuschen („ein Knacken“) bis vor die Wohnungstür nachgegangen und hatte auf dem Treppenabsatz bemerkt, dass eine Wand unter der Dachschräge heiß war. Geistesgegenwärtig weckte er Frau und Kind, rief die Feuerwehr, stellte Strom und Gas ab.

Nicht durch Rauch und Flammen, sondern weil ihr Fernseher gegen 0.45 Uhr unvermittelt nur noch Schnee zeigte, war Ingeborg Rössel aufmerksam geworden. Da kamen ihr die Bewohner des Dachgeschosses schon im Hausflur entgegen. Rössel war den ganzen Abend auf ein anderes Ereignis gefasst und deshalb auch gegen 1 Uhr nachts vollständig bekleidet und schnell in Sicherheit gewesen. „Ich habe Silvester immer die Befürchtung, dass Feuerwerkskörper meine Fensterscheiben zerstören“, erzählt die ältere Dame. Angst habe sie im Moment der Gefahr nicht gehabt, „aber jetzt bin ich ein bisschen deprimiert“, gibt sie zu, um sich gleich darauf aufzumuntern: „Wir haben alle noch Glück im Unglück gehabt.“

Am Nachmittag wird das Haus von der Kripo freigegeben. „Meine Wohnung sieht wie nach einem Bombeneinschlag aus“, sagt Salvatore di Noto. Trotzdem gehe es ihm jetzt etwas besser. Ob er etwas aus seiner Wohnung retten kann? „Ich weiß es noch nicht.“ Schnellstmöglich will er in die Wohnung zurück.

Elektriker und Installateur geben derweil erste Rückmeldungen an Dieter Lonny. Die Heizung sei beschädigt, Ersatzteile müssen beschafft werden.

Die Renovierung kann beginnen.

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