In der Halle 9 lernen Mädchen, wie man sich richtig auf dem Laufsteg bewegt.

Workshop
Die Mädchen in der Halle 9 posieren schon wie die Profis.

Die Mädchen in der Halle 9 posieren schon wie die Profis.

Ingel

Die Mädchen in der Halle 9 posieren schon wie die Profis.

Osterath. Es geht los mit einer Warnung: Das Modelbusiness sei alles andere als ein Zuckerschlecken. Man ist selten zu Hause, muss früh aufstehen, sich gesund ernähren, viel Sport treiben und darf kein Partyleben führen. „Der Job ist knallhart“, sagt Mine Berdermann und betont, wie wichtig es sei, darauf zu achten, dass Agenturen seriös arbeiten und nicht zum Beispiel Geld verlangen würden, bevor es überhaupt zu einer Vermittlung gekommen ist.

Die zehn Mädchen in der Halle 9 in Osterath lauschen aufmerksam und versichern, sich die mahnenden Worte des Profis zu Herzen zu nehmen. Jetzt kann es losgehen, 90 Minuten will Mine Berdermann den minderjährigen Mädchen das Gefühl vermitteln, wie es ist, sich einmal auf dem Catwalk im Scheinwerferlicht richtig zu bewegen – was gar nicht so leicht ist.

„Große Schritte machen, Hüfte raus, aufrechter Gang und den Blick nicht immer auf den Boden richten“, zählt die 15-jährige Pernila einige der Verhaltensregeln auf, die sie in der ersten halben Stunde gelernt hat. „Wir waren einfach neugierig und wollten wissen, wie das so ist, wie ein Model zu laufen. Ambitionen in dieser Richtung habe ich zumindest aber nicht“, fügt Freundin Sarah, 14 Jahre alt, hinzu.

Laufen auf hohen Absätzen bereitet Schwierigkeiten

Insbesondere das Laufen auf hohen Absätzen bereitet den Mädchen einige Schwierigkeiten, wenn die Augen zudem geradeaus gerichtet sein sollen. Dabei nervös oder unsicher zu wirken, solle man auf jeden Fall vermeiden, sagt Berdermann. „Auf dem Laufsteg darf man stattdessen durchaus mal ein wenig arrogant und unnahbar rüberkommen“, erklärt die 41-Jährige, die schon oft bei der Krefelder Straßenmodenschau im Einsatz war und zudem immer noch häufig als „Bein-Model“ gebucht wird.

Richtig Gehen ist das eine, aber nicht das einzige, was ein gutes Model verinnerlichen muss, lernen die Mädchen im Meerbuscher Jugendzentrum. Jede Geste erfordert Übung und muss einstudiert sein, damit sie nicht lächerlich, sondern elegant wirkt: Das Stemmen eines Armes in die Hüfte, das scheinbar beiläufige Streichen durch das Haar, das lässige Ausziehen der Jacke, die über die Schulter geworfen wird. Models müssten vor allem gute Schauspielerinnen sein, so die Botschaft von Mine Berdermann.

„Anfangs haben die Mädchen beim Laufen noch zu viel gewippt, doch nach einer Stunde ist der Gang schon richtig professionell“, lobt die Workshop-Leiterin ihre Schützlinge, die zum Abschluss im eleganten Outfit stolz vor dem Spiegel auf- und abstöckeln und sich anschließend mit Mine die Video-Aufzeichnung auf dem Handy anschauen. „Ihr wart der Hammer“, sagt die Lehrerin, und die Mädchen strahlen um die Wette.

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