Tollitäten entreißen dem Oberhelden der Arbeit den Hausschlüssel.

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Im Zelt ging die Feier im Rathausgarten für alle bis in den Abend weiter.

Im Zelt ging die Feier im Rathausgarten für alle bis in den Abend weiter.

Mit dem Rammbock verschafften sich die Tollitäten Zugang zum Sitz des Stadtoberhaupts.

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Im Zelt ging die Feier im Rathausgarten für alle bis in den Abend weiter.

Meerbusch. Ein Kettensägenmassaker wie im vergangenen Jahr richteten die Narren am Donnerstag nicht an, um das Büdericher Rathaus zu stürmen. Und auch die Feuerwehr leistete keine Hilfestellung mehr. Stadtoberhaupt Dieter Spindler und seine Helfershelferinnen schauten wenig eingeschüchtert vom Balkon aus auf die überschaubar große närrische Menge, die sich darunter versammelt hatte. Kein Wunder: Die Jecken wollten mit einem als Laterne getarnten Rammbock die Ziegelsteinmauer im Türrahmen durchbrechen. Ein barrierefreier Zugang zum Büdericher Rathaus hätte da hilfreich sein können. Die drei Stufen nehmen jedem Angreifer den Schwung.

Zu allem Überfluss schien Spindler sie durch intensive Beschallung mit Karnevalsmusik und gezielte Provokationen einschüchtern zu wollen. Doch Prinz Bernhard und die Kinderprinzenpaare Mara und Louis (Lank) sowie David und Theresa (Nierst) ließen sich nicht beeindrucken, auch nicht von dem unübersehbaren Hinweisschild: DENKMAL – Betreten verboten, das auf der Ziegelmauer prangte.

„Durch die Hinterpforte dürft ihr kriechen, das würde ich dulden“, rief Spindler übermütig vom Balkon, doch da folgte auf der Straße schon der Ruf an die Waffen: Mit vereinten Kräften rammten die Hoheiten die Mauer, die verblüffend schnell nachgab. Offenbar hatte der Bürgermeister das Volk mit taktischen Spielchen fies geblendet, als er lautstark verkündete, für die Herstellung der Wehrmauer das Salzsilo zum Betonmischer umfunktioniert zu haben: Styropor und Tapete hatten nur optisch abschrecken können. Mutig stürmten die Tollitäten ins Obergeschoss und entrissen nach kurzer Irritation („Und was kommt jetzt?“) dem Stadtoberhaupt den Schlüssel.

Nach erfolgreicher Schlacht bogen alle um die Ecke: Im Rathausgarten stand das Zelt, in dem die Helden der Arbeit (das Rathausteam) mit ihrem Oberhelden ausgelassen weiterfeierten.

Andere hatten da eine längere Anreise: Mit einem Meerbusch-Flaschenöffner und dem Meerbusch-Labello, diesem „joystick for bützing“, wurden Yuko Watanabe-Kessler, Joshiko Uéda und Yulie Takagi aus Japan, Friedhelm Bühner aus Ungarn (Balaton), Michael Klimper aus Hamburg und Tom aus Berlin als weitgereiste Narren ausgezeichnet.

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