Wettbewerb: Meerbuscher holen zehn Punkte beim Städtespiel. Dafür zogen Jung und Alt an einem Strang.

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Baden in Gold und singen a capella: Meerbuscher Banker steigen formvollendet im Schlips in die Badewanne, um aus voller Kehle das Lied der Prinzen anzustimmen: „Ich wär’ so gerne Millionär!“

Baden in Gold und singen a capella: Meerbuscher Banker steigen formvollendet im Schlips in die Badewanne, um aus voller Kehle das Lied der Prinzen anzustimmen: „Ich wär’ so gerne Millionär!“

Marc Ingel

Baden in Gold und singen a capella: Meerbuscher Banker steigen formvollendet im Schlips in die Badewanne, um aus voller Kehle das Lied der Prinzen anzustimmen: „Ich wär’ so gerne Millionär!“

Lank. Der Glitzerfummel, den Radiomoderatorin Steffi Neu gestern Morgen als angemessene Arbeitskleidung für Meerbusch - "das Beverly Hills am Rhein" - versprochen hatte, musste am Nachmittag wegen eisigen Regens dann doch Wetterjacke und Wollmütze weichen.

Nachdem sie dank Navi nicht, wie befürchtet, auf dem Acker, sondern mit dem Ü-Wagen pünktlich um 10 Uhr am Alten Schulhof mitten in Lank gelandet war, stellte Neu den hunderten Kindern und Erwachsenen die mit Spannung erwartete Stadtaufgabe nach "Wetten, dass..."-Muster.

Gefordert wurde vom vorletzten Wettbewerbsteilnehmer im Städtewettstreit des WDR2 das Heranschaffen von 15 mit Golddukaten gefüllten Badewannen. In denen sollten entsprechend viele örtliche Banker eintauchen.

Bis zur Einlösung am Nachmittag legten sich zahlreiche Bürger mächtig ins Zeug: Bierdeckel wurden vor Ort mit Goldfarbe besprüht, der Bäcker brachte kreisrunde Taler-Plätzchen und die Kinder kämpften nicht immer erfolgreich gegen ihre Lust auf die angelieferten Esspapierbanknoten. Mit viel Goldfolie wurden Babywannen, ausrangierte Keramik-Schätzchen, Zinkzuber oder auch die Kuhtränke von der Weide auf Hochglanz gebracht.

Um 15 Uhr war Schluss, und tatsächlich hatten sich genügend Vertreter der Finanzwelt trotz des kräftigen Regens in die Zuber mit den Goldtalern gezwängt - Geldwäsche mal anders. "Soviel Schlipse hatten wir noch nie", amüsierte sich Moderatorin Steffi Neu über das "nicht alberne, aber seltene Bild".

Neu erklärte den ersten Teil der Aufgabe aber erst für gewonnen, nachdem die Banker entschlossen und textsicher das Prinzen-Lied "Ich wär’ so gerne Millionär" angestimmt hatten. "Gegen Mittag bekam ich einen Anruf", erzählt Ernst Forsen. Gott sei Dank hatte der Leiter des St.Stephanus-Chors Zeit und so wurde er kurzerhand als Dirigent verpflichtet: Eine Stunde Textrecherche und eine weitere Chorprobe benötigte er, um seinen Laien-Chor einzustimmen.

Bürger und Geld-Profis schlugen sich also wacker, doch für all das gab es nur fünf Punkte, denn auch in der zweitplatzierten Millionärsstadt des Landes "kann man das Konzert mit Sasha nicht kaufen, nur gewinnen", kommentierte Neu das Treiben.

Einen beschwerlicheren Weg musste Verwaltungschef Dieter Spindler beim Bürgermeisterspiel antreten. Trotz scherzhaft angedrohter Schläge bei Versagen hatte Spindler aber "wenig Bammel dank der vielen aufmunternden Gesichter". An zehn Stellen einer Geschichte über Meerbusch musste er deren Aussagen als wahr oder falsch werten. Das war knifflig, die Antwort musste im Sekundenrhythmus erfolgen.

Spindler urteilte am Ende fünfmal richtig, womit Meerbusch mit Nettetal, ebenfalls Gewinner von zehn Punkten, gleichzog und Attendorn mit 13Punkten an der Spitze bleibt.

Zum Trost für den Kandidaten gab es ein Küsschen von der Moderatorin, die heute in Düren in die letzte Runde geht.

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