Antrag: FDP und Grüne wollen gegen Umbenennung der Brücke ein Signal setzen.

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Die A44-Rheinquerung in Ilverich ist seit der ersten Planung ein höchst umstrittenes Objekt. Glücklich waren die Meerbuscher mit ihrer „Flughafenbrücke“ nicht, aber gegen eine „Joachim-Erwin-Brücke“ regt sich ebenfalls Widerstand. (Archiv

Die A44-Rheinquerung in Ilverich ist seit der ersten Planung ein höchst umstrittenes Objekt. Glücklich waren die Meerbuscher mit ihrer „Flughafenbrücke“ nicht, aber gegen eine „Joachim-Erwin-Brücke“ regt sich ebenfalls Widerstand. (Archiv

Ingel

Die A44-Rheinquerung in Ilverich ist seit der ersten Planung ein höchst umstrittenes Objekt. Glücklich waren die Meerbuscher mit ihrer „Flughafenbrücke“ nicht, aber gegen eine „Joachim-Erwin-Brücke“ regt sich ebenfalls Widerstand. (Archiv

Meerbusch. Fast zeitgleich melden sich gestern die Liberalen und die Bündnisgrünen in Meerbusch aus den politischen Weihnachtsferien zum Arbeitseinsatz zurück. Beide Parteien packen das gleiche Thema an: die von einigen Düsseldorfern angestoßene Umbenennung der Flughafenbrücke zwischen Lohausen und Ilverich nach dem verstorbenen Oberbürgermeister Joachim Erwin.

Zurückhaltend bis irritiert, auch ablehnend hatten die Meerbuscher schon vor Monaten auf diesen Vorstoß der Düsseldorfer Heimatfreunde bei Landesverkehrsminister Oliver Wittke reagiert. Der nun zu einem Antrag an den Hauptausschuss in Form gegossene Protest speist sich aus der Meldung, dass Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee dem rechtsrheinischen Begehren wohl nicht ablehnend gegenüber stehe.

Deshalb sehen Grüne und FDP Handlungsbedarf. Ihre jeweiligen Anträge fordern ein Votum des Hauptausschusses gegen die Neu-Taufe als Joachim-Erwin-Brücke.

Grotesk, einen Kontrahenten als Namenspatron zu akzeptieren

Es sei doch grotesk, dass die Stadt Meerbusch sich jahrelang gegen den Widerstand der Düsseldorfer für eine umweltverträglichere Tunnel-/Trogvariante und gegen eine Brücke eingesetzt habe, und die Rheinquerung, die zu mehr als 50Prozent auf Meerbuscher Stadtgebiet liege, nun ehrenvoll nach einem Befürworter dieser "naturzerstörenden Form" benannt werden solle. Zudem habe sich Erwin, betonen der Fraktionsvorsitzende Jürgen Peters sowie Geschäftsführer und Ratsmitglied Heinz Ruyter, nicht als Mensch profiliert, der Brücken geschlagen habe. Eine Umbenennung kann nichtsdestotrotz auch in Augen der Grünen sinnvoll sein. Johannes Rau, dessen Verdienste für NRW unumstritten seien, biete sich ebenso als Namensgeber an wie die "Niederrheinbrücke", für die sich viele Bürger in einer Befragung vor der ersten Taufe ausgesprochen hätten.

Dass Meerbusch an einer Namensänderung beteiligt werden müsse, sieht auch die FDP als Selbstverständlichkeit an. Auch sie verwirft den Vorschlag einer "Joachim-Erwin-Brücke". Dazu eigne sich besser ein Objekt wie die Rheinkniebrücke, die sich auf voller Länge über Düsseldorfer Stadtgebiet erstrecke.

FDP sieht in dem Vorhaben eine "gedankliche Eingemeindung"

"Für viele Meerbuscher wäre diese gedankliche Eingemeindung ein ausgesprochenes Ärgernis", argumentiert Fraktionsvorsitzende Gesine Wellhausen gegen den Düsseldorfer Vorschlag. Entsprechend hofft die FDP auf eine Meerbuscher Mehrheit für ihre Resolution ("Die Stadt Meerbusch wendet sich dagegen, die Flughafenbrücke nach dem Namen des verstorbenen Düsseldorfer Oberbürgermeisters Joachim Erwin umzubenennen"), von der Bürgermeister Spindler (CDU) dann Wittke und Tiefensee in Kenntnis setzen solle.

» Der Hauptausschuss tagt am Donnerstag, 29.Januar, um 17 Uhr öffentlich; der Sitzungssaal ist am Dr.Franz-Schütz-Platz in Büderich.

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