Musikschule: Trude-Fischer-Preis für ein Talent am Klavier.

Meerbusch. Die Zuhörer in der Teloy-Mühle in Lank waren geradezu aus dem Häuschen. "Schon lange nicht mehr habe ich einen 13-Jährigen so spielen gehört. Das war technisch ausgefeilt und musikalisch wunderschön", schwärmte Rolf Kaulmann, Vorsitzender des Fördervereins der Meerbuscher Musikschule, von den Leistungen Philipp Levints am Flügel. Er sprach den zum Teil regelrecht ergriffen wirkenden Anwesenden damit offenbar aus der Seele.

Der junge Osterather ist - zusammen mit der gleichaltrigen Düsseldorferin Zaklina Stankovic - der aktuelle Förderpreisträger der Trude-Fischer-Stiftung, die jährlich aus den Erträgen des Stiftungsvermögens herausragende Leistungen von Klavierschülern belohnt.

Dass Philipp Levints die Auszeichnung verdient hat, blieb am Samstag auch Laien nicht verborgen. Der Schüler des Meerbusch-Gymnasiums interpretierte Haydn ebenso ausdrucksstark wie Rachmaninoff und lieferte mit Valeri Gavrilins Toccata noch eine furiose Zugabe.

Dabei war Philipp stark gehandicapt, musste er sich doch auf Krücken zum Flügel schleppen: "Ach, das ist nicht so schlimm. Ich bin beim Tischtennis umgeknickt", sagte der vielseitig interessierte Nachwuchskünstler, der bei der DJK Siegfried Osterath mit Schläger und Zelluloidball nicht weniger gut umzugehen weiß wie mit den Klaviertasten. Auch in der Musik will er sich nicht festlegen: "Ich spiele noch Schlagzeug und Gitarre, aber nur aus Spaß."

Der 13-Jährige hat erst vor fünf Jahren begonnen, ernsthaft Klavier zu spielen. Seit 2007 erhält er einmal in der Woche bei Irina Leveleva an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf Unterricht.

Und wie oft übt er darüber hinaus in der Woche? "Jeden Tag natürlich", behauptete der Osterather keck und erntet dafür einen strengen, aber dennoch liebevollen Seitenblick seiner Lehrerin, der wohl ausdrücken soll: Wenn ein Kind so viele verschiedene Talente hat, muss man halt etwas Nachsicht zeigen.

Auf die Frage, wo sie Philipp Levints heranreifendes Können am Klavier auf einer Skala von eins bis zehn einordnen würde, sagt Irina Leveleva jedenfalls bestimmt: "Ziemlich nahe bei zehn."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer