Einhellig lehnen Politik und Verwaltung Ansiedlung im Krefelder Hafen ab.

Auf dem Gelände der Firma Klösters an der Bataverstraße im Krefelder Hafen soll ein Zementwerk gebaut werden. Das wollen Stadt, Politik und Nierster nach Möglichkeit verhindern.
Auf dem Gelände der Firma Klösters an der Bataverstraße im Krefelder Hafen soll ein Zementwerk gebaut werden. Das wollen Stadt, Politik und Nierster nach Möglichkeit verhindern.

Auf dem Gelände der Firma Klösters an der Bataverstraße im Krefelder Hafen soll ein Zementwerk gebaut werden. Das wollen Stadt, Politik und Nierster nach Möglichkeit verhindern.

Marc Ingel

Auf dem Gelände der Firma Klösters an der Bataverstraße im Krefelder Hafen soll ein Zementwerk gebaut werden. Das wollen Stadt, Politik und Nierster nach Möglichkeit verhindern.

Meerbusch/Krefeld. Was die Nierster von Rat und Verwaltung erwarten, machen Vertreter des Bürgervereins am Dienstagabend dem Planungsausschuss kurz, knapp und plakativ klar: "Zementwerk - Nein Danke." Mit dieser Forderung an die Politik laufen sie bei allen Fraktionen offene Türen ein, und Umweltdezernentin Angelika Mielke-Westerlage unterstreicht: "Aus unserer Sicht ist dieses Werk im Krefelder Hafen nicht hinnehmbar."

Staub, Verkehr, Lärm - all das fürchten die Nierster, sollte die Anlage auf dem Gelände der Firma Klösters - nur 500 Meter von der Stadtgrenze zu Nierst entfernt - in Betrieb genommen werden. Die Vorlage der Meerbuscher Verwaltung, die im Rahmen des genehmigungsverfahrens um eine Stellungnahme gebeten wurde, ist da eindeutig:

Meerbusch wehrt sich, so gut es kann. Fachbereichsleiter Heiko Bechert macht aber auch deutlich: Würden alle Anforderungen erfüllt, könne man dem Antragsteller, der Firma Rheinmineral, die Genehmigung nicht verwehren. Und deren Fachleute, sagt Bechert anerkennend, hätten sorgfältig gearbeitet.

So setzt Meerbusch große Hoffnung auf den Gebietsänderungsvertrag, der vor Jahrzehnten zwischen Meerbusch und Krefeld geschlossen wurde. Darin sei vereinbart worden, dass in einem Abstand von 500 Metern zur Meerbuscher Stadtgrenze keine immissionsintensiven Betriebe angesiedelt werden dürften.

Genau darum handele es sich bei dem Zementwerk allerdings. Sollte Krefeld dieser "Mitverbrennungsanlage" (90 Prozent der benötigten Energie wird durch Sekundärbrennstoffe wie Altreifen, Holz- und Papierabfälle oder auch Kunststoffe gewonnen) nicht die Zustimmung verweigern und so den Vertrag mit der Stadt Meerbusch brechen, droht Meerbusch seinerseits mit seiner Rückabwicklung.

Immerhin hatte Meerbusch dem großen Nachbarn damals 75 Hektar Fläche überlassen. Nach der alten Grenzziehung läge die Klösters-Einfahrt direkt an Meerbuschs Stadtgrenze, sagt Mielke.

Auch wenn es sich letztlich um ein Verwaltungsverfahren handelt, wollen Meerbuschs vier Ratsfraktionen (CDU, SPD, FDP, Grüne) ihre Ablehnung deutlich machen. In der Ratssitzung am 26.März will man eine gemeinsame Resolution gegen das Zementwerk verabschieden.

 

ZEMENTWERK IN ZAHLEN

Kalkstein und Hüttensand werden in der Drehofenanlage zu Zementklinkern gebrannt.

Der Drehofen wird mit Kohlenstaub und Abfall (bis zu 90 Prozent des Brennbedarfs), Altöl, Destillationsrückständen und Lösemittel betrieben. 150 000 Tonnen Brennmaterial werden jährlich benötigt.

Die Produktion liegt bei täglich 7200 Tonnen, jährlich 1 711 500 Tonnen Zement.

Die Anlieferung erfolgt per Lkw, Bahn, Schiff, Tankwagen.

Brennstoffe sind Braunkohlenstaub, Heizöl, Erdgas sowie Altreifen, Holz- und Papierabfälle oder auch Kunststoffe. Die Abgase werden durch einen 113 Meter hohen Kamin abgeleitet.

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