Der Namenspatron der Flughafenbrücke versteht den Meerbuscher Ärger.

Kurt Bodewig entschied sich für den Namen „Flughafenbrücke“.
Kurt Bodewig entschied sich für den Namen „Flughafenbrücke“.

Kurt Bodewig entschied sich für den Namen „Flughafenbrücke“.

Kurt Bodewig entschied sich für den Namen „Flughafenbrücke“.

Meerbusch. "Man versucht Brücken so zu benennen, dass die Namen eindeutig und Orientierungspunkte für Autofahrer sind." Das sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Kurt Bodewig. Er muss es wissen. Bodewig war es, der als Bundesverkehrsminister die Rheinquerung der A44 bei Ilverich als "Flughafenbrücke" auszeichnete. Da es eine Bundesstraße war, war er zuständig, aber die Namensgebung erfolge in der Regel im Einvernehmen mit dem Landesminister. "Das ist eine Frage des guten Stils", so Bodewig.

Herr Bodewig, was hat Sie damals zu der Namenswahl bewogen?

Kurt Bodewig: Dass ich nicht die damals von vielen Bürgern favorisierte "Niederrheinbrücke" gewählt habe, lag an der fehlenden Eindeutigkeit des Namens. Der Begriff war regionalspezifisch recht unbestimmt. Eine Brücke am Beginn des Niederrheins, der ja bis Wesel geht, so zu benennen, machte keinen Sinn.

Haben Sie den Streit um die Umbenennung der Flughafenbrücke verfolgt?

Bodewig: Ja, ich habe in dieser Angelegenheit auch Kontakt zu Minister Tiefensee gehabt. Ich verstehe dessen Haltung so, dass er eine Umbenennung nicht für notwendig hält, sie aber auch nicht verhindern würde, wenn denn die Landesregierung sie wolle.

Wie denken Sie persönlich über den Vorschlag?

Bodewig: Es sind nur ganz wenige Brücken in Bundesverantwortung nach Personen benannt worden, und diese dann beispielsweise nach Staatsministern. In diese Kategorie fällt Oberbürgermeister Joachim Erwin gewiss nicht.

Können Sie den Ärger der Meerbuscher verstehen?

Bodewig: Ja. Wenn ich Meerbuscher wäre, würde ich auch auf die Barrikaden gehen. Immerhin liegt ein Großteil der Konstruktion, Brücke und Tunnel, auf Meerbuscher Gebiet. Diese ausgerechnet nach Erwin zu benennen, der in jeder Lage die Düsseldorfer Interessen vertreten und auf die Umgebung keine Rücksicht genommen hat, ist besonders ärgerlich.

Wie bindend ist die Aussage des zurückgetretenen Landesverkehrsministers Oliver Wittke, er wolle die Brücke umbenennen?

Bodewig: Ich bin nicht sicher, wie sich die Abläufe und Regeln in den letzten Jahren verändert haben. Aber ich würde annehmen, dass dem Bundesverkehrsministerium mindestens ein Beschluss der Landesregierung vorliegen müsste, nicht nur eines Ministers. Das ist meines Wissens nicht der Fall.

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