Die Stadt muss Platz schaffen: Sie plant für 1643 betreute Kinder in vier Jahren.

Das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren (U3) muss erheblich ausgebaut werden.
Das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren (U3) muss erheblich ausgebaut werden.

Das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren (U3) muss erheblich ausgebaut werden.

dpa

Das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren (U3) muss erheblich ausgebaut werden.

Meerbusch. "Wir stehen unter Druck." Auffällig häufig nahm Dezernentin Angelika Mielke-Westerlage diesen Satz in den Mund, als sie im Jugendhilfeausschuss von der Ausbauplanung für die Kindertagesbetreuung berichtete. Der Druck entsteht durch den eigenen Anspruch, als familienfreundliche Stadt mit einem umfangreichen Betreuungsangebot inklusive attraktiver Öffnungszeiten auftreten zu wollen - um Müttern frühzeitig die Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen und der steigenden Anzahl an Alleinerziehenden Rechnung zu tragen.

Alles ist möglich: Anbau, Neubau und Provisorien

Gerade um diesen höheren Bedarf an Gruppenplätzen für Kinder unter drei Jahren (U3) zu befriedigen, ist es notwendig, in die Infrastruktur zu investieren. Das umfasst Umbauten da, wo sie möglich sind, ebenso wie den Bau ganz neuer Einrichtungen.

Nimmt man den demographischen Wandel mit dem vorausgesetzten Rückgang der Geburten hinzu, hat man als Ergebnis ein Hin- und Herschieben von altersspezifischen Gruppenplätzen inklusive eines kaum überschaubaren Zahlensalats.

Fakt ist: Bis spätestens 2013 ist auch Meerbusch verpflichtet, für 32Prozent der U3-Kinder einen Betreuungsplatz zu stellen.

Momentan kommen 131U3-Kinder in den Einrichtungen unter, um 44 kümmern sich Tagesmütter, weitere 50 Plätze in der Tagespflege sind noch frei. Macht unter dem Strich eine Angebotsquote von 17 Prozent, die die Stadt im Vergleich zu 2007 bereits 800000 Euro mehr kosten. "Außerdem arbeiten wir mit Provisorien. Gerade die Betreuung über Mittag schafft wegen der notwendigen Sanitäranlagen und Schlafplätze Probleme", so Mielke.

Um in Zukunft auf der sicheren Seite zu sein, sieht der von der Verwaltung bis 2013 erarbeitete Masterplan vor, dort, wo neu gebaut wird, über den gesetzlichen Bedarf hinaus Angebote zu schaffen.

Nächstes Problem: Im Gegensatz zum Schulentwicklungsplan, der auf Prognoseberechnungen bereits geborener Kinder basiert, gleicht die Ausbauplanung von Plätzen für die Betreuung von Kleinkindern einer Kaffeesatzleserei, sind die, um die sich alles dreht, doch größtenteils noch gar nicht auf der Welt.

Meerbusch braucht 1643 Betreuungsplätze mehr

Die Lösung: eine Bevölkerungsprognose des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik, die vorhersagt, dass 2013 1225 U3-Kinder und 1290 Kinder zwischen drei und sechs Jahren in Meerbusch leben werden. Bei der angestrebten Versorgungsquote von 32 Prozent heißt das für die Stadt: Meerbusch benötigt 392 Betreuungsplätze für U3-Kinder (274 in Einrichtungen / 118 in der Tagespflege). Nimmt man die Ü3-Kinder hinzu, lautet das Ziel innerhalb der kommenden vier Jahre (inklusive Tagespflege), 1643 Betreuungsplätze zu schaffen.

Ältere Kinder machen den jüngeren Platz

Diese Mammutaufgabe wird dadurch abgemildert, dass wegen des Geburtenrückgangs Ü3- zugunsten von U3-Plätzen abgebaut werden können.

Eine neue (städtische) Einrichtung in Strümp ist wegen des Neubaugebiets dort aber dennoch unverzichtbar. Schon jetzt ist es schwierig, den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ortsnah zu erfüllen.

Auch in Osterath (Ostara-Erschließung) besteht Bedarf, hier will die evangelische Kirche ebenso bauen wie in Büderich.

Eine vierte Einrichtung in Lank ist bislang noch blanke Theorie.

2010 sollen die Um- und Ausbaumaßnahmen in städtischen und freien Einrichtungen angegangen werden. Zunächst soll eine Aufstockung der U3-Plätze um 32 erfolgen. Bis Ende dieses Monats muss die Ausbauplanung in trockenen Tüchern sein und müssen auch die Freien Träger ihr O.K. geben. Wie gesagt: "Wir stehen unter hohem Druck", wird Angelika Mielke nicht müde zu betonen.

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