Die Zahl der Meerbuscher Kinder, die an der Schweinegrippe erkrankt sind, hat sich weiter erhöht.

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Zwei Kinder verlassen am Freitag die Internationale Schule in Düsseldorf.

Zwei Kinder verlassen am Freitag die Internationale Schule in Düsseldorf.

dpa

Zwei Kinder verlassen am Freitag die Internationale Schule in Düsseldorf.

Meerbusch/Düsseldorf. Die Zahl der Kinder aus Meerbusch, die die japanische Schule in Düsseldorf besuchen und sich mit dem Influenza-Virus A/H1N1 infiziert haben, hat sich laut Kreisgesundheitsamt am Freitag auf zehn erhöht.

Auch ein Mann aus Neuss wurde positiv getestet. Seine Erkrankung steht nach derzeitigem Kenntnisstand ebenfalls im Zusammenhang mit der japanischen Schule. Er könnte sich bei einem Aufenthalt in der Caféteria infiziert haben.

Mindestens 51 der insgesamt 560 Kinder der Düsseldorfer Schule sollen an der Schweinegrippe erkrankt sein. Ein Großteil der japanischen Schüler hat sich vermutlich bei einem Busausflug nach Thüringen untereinander angesteckt.

Die unter häuslicher Quarantäne stehenden Kinder und Familien werden vom Gesundheitsamt betreut und wenn notwendig mit Lebensmitteln vom japanischen Konsulat versorgt. Die Familien werden mindestens eine Woche abgeschirmt zu Hause verbringen.

"Wir müssen sicher gehen, dass sich niemand mehr anstecken kann", so Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. "Wir haben großes Glück, dass die Grippe sehr moderat verläuft und die Kinder körperlich relativ fit sind."

Auch die Symptome seien teilweise bereits abgeklungen. Je nach Beschwerden würden die Meerbuscher Schüler, die alle etwa im Alter von zwölf Jahren sein sollen, mit Hustensaft oder fiebersenkenden Medikamenten behandelt.

Die Ansteckung erfolgt wie bei der klassischen Influenza von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen, die beim Sprechen oder Niesen aus den Atemwegen freigesetzt werden. In Deutschland sind bislang vor allem Kinder anfällig.

Das spricht laut Dörr dafür, dass irgendwann bereits ein ähnlicher Erreger im Umlauf gewesen sein muss. "Das Virus unterscheidet sich von den Symptomen und von den Übertragungswegen nicht von der saisonalen Influenza", so der Mediziner. "Das bedeutet aber keine Entwarnung. Man muss das Ganze mit Sensibilität und Gelassenheit verfolgen."

Die Zahl der seit dem Auftreten in Deutschland im Rhein-Kreis Neuss entdeckten Fälle hat sich damit insgesamt auf zwölf erhöht. Vor zwei Wochen war bereits eine Meerbuscherin erkrankt, die vorsorglich im Krankenhaus und nicht Zuhause behandelt wurde.

Auch bei der Stadt Meerbusch sei man ständig auf dem Laufenden gehalten worden, bestätigt Pressesprecher Michael Gorgs, nach dessen Kenntnisstand der Großteil der japanischen Kinder aus Büderich stammt. Reine Spekulation sei es, ob die infizierten Schüler womöglich noch vor dem Entdecken des Virus in Kontakt zu anderen Menschen getreten seien.

Das Kreisgesundheitsamt hat eine Bürger-Hotline unter 2 02131/9285312 eingerichtet, die rund um die Uhr auch am Wochenende erreichbar ist. Weitere Infos sind im Internet auch unter www.rhein-kreis-neuss.de/schweinegrippe abrufbar.

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