Im Falle einer Katastrophe können die Bürger derzeit nicht flächendeckend gewarnt werden.

Sicherheit
Feuerwehrmann Thorsten Prothmann inspiziert die Sirene der Feuerwache Insterburger Straße in Osterath. Archiv

Feuerwehrmann Thorsten Prothmann inspiziert die Sirene der Feuerwache Insterburger Straße in Osterath. Archiv

Ulli Dackweiler

Feuerwehrmann Thorsten Prothmann inspiziert die Sirene der Feuerwache Insterburger Straße in Osterath. Archiv

Eine Giftwolke zieht heran, es hat einen Chemie-Unfall gegeben oder irgendwo lodert ein Großfeuer: In solchen Fällen heulen vielerorts die Sirenen. So soll größtmögliche Aufmerksamkeit erregt und die Bevölkerung gewarnt werden. Auch in Meerbusch gibt es noch 13 solcher Heuler. Um im Katastrophenfall auch Bewohner im letzten Winkel der Stadt zu erreichen, soll das Konzept weiter optimiert werden. „Das wird in einer der nächsten Sitzungen des Hauptausschusses Thema sein“, sagt Heiko Bechert, Leiter des Ordnungsamtes.

Das Finden von Standorten bereitete große Probleme

„Nötig ist ein System, um die Bevölkerung auch zu nachtschlafender Stunde wecken und warnen zu können“, erläutert Bechert. Ein Konzept zur flächendeckenden Versorgung Meerbuschs mit Sirenen sei zwar seit dem Jahr 2011 vorhanden. „Aufgrund technischer Probleme bei der Standortfindung ist die Vorlage bis heute nicht realisiert worden“, erklärt er. In einer der nächsten Sitzungen des Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschusses soll das Thema erörtert werden. Eine Möglichkeit ist, Sirenen nicht wie bisher auf Hausdächern, sondern auf eigenen Masten zu installieren.

Eines der speziellen Meerbuscher Probleme sind laut Bechert die hochgedämmten Wände und Fenster insbesondere in Büderich und anderen Stadtteilen, mit denen sich die Anwohner vor Fluglärm schützen wollen. „Hier besteht die Gefahr, dass kein Sirenenton nachts zu den Schlafenden vordringt.“

Eine weitere Möglichkeit ist, Warnungen als Eilmeldung auf Smartphones zu übertragen. Doch hier gilt es als fraglich, ob solche Nachrichten den Empfänger aus dem Schlaf reißen können. Inzwischen gibt es neue technische Möglichkeiten. So existiert zum Beispiel die Variante, dass ein Handy oder Smartphone im Fall einer Katastrophe ein bestimmtes Geräusch macht, um den Besitzer zu warnen.

Neue Sirenen haben eine Reichweite von 1000 Metern

Doch die Sache hat einen Haken: Auf diesem Wege würden längst nicht alle Bürger erreicht. „Nicht jeder hat ein Handy oder Smartphone“, erklärt Bechert. So kommt also wieder die Sirene ins Spiel. Um Meerbuscher lückenlos beschallen zu können, müssten noch 16 neue Sirenen mit einer Signalreichweite von 1000 Metern installiert werden. Die alten Exemplare sind höchstens 600 Meter weit zu hören. Die Kosten für eine neue Sirene beziffert Bechert auf 15 000 Euro – zuzüglich Wartung. „Dies schlägt bei den alten Sirenen im Jahr mit 350 Euro pro Stück zu Buche“, sagt er.

Aus seiner Sicht sollte in Meerbusch das Warnkonzept möglichst zügig optimiert werden. Zu einer Katastrophe könne es schnell kommen, etwa durch Gefahrguttransporte auf der nahen Autobahn. Kommt es dort zu einem Unfall, bei dem sich eine Giftwolke bildet, könnte der Zeitpunkt gekommen sein, die Meerbuscher zu warnen. „Ideal wäre ein Konzept mit einer Kombination von Sirenen und der Mobilfunk-Variante“, betont Bechert.

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