Bischof Heinrich Mussinghoff spricht beim Empfang in der Teloy-Mühle über den Sparzwang der Kirche.

Bürgermeister Dieter Spindler (r.) ist stolz, dass sich Bischof Heinrich Mussinghoff gestern in das Goldene Buch der Stadt einträgt.
Bürgermeister Dieter Spindler (r.) ist stolz, dass sich Bischof Heinrich Mussinghoff gestern in das Goldene Buch der Stadt einträgt.

Bürgermeister Dieter Spindler (r.) ist stolz, dass sich Bischof Heinrich Mussinghoff gestern in das Goldene Buch der Stadt einträgt.

Altgeld

Bürgermeister Dieter Spindler (r.) ist stolz, dass sich Bischof Heinrich Mussinghoff gestern in das Goldene Buch der Stadt einträgt.

Meerbusch. Es ist sein erster großer Besuch in der Stadt. Und schon ist für Heinrich Mussinghoff klar: "In Meerbusch arbeiten Kirche und Kommune sehr gut zusammen." Noch bis kommenden Freitag bleibt der Bischof des Bistums Aachen in Meerbusch - zumindest tagsüber. Dann hat er die Stadt fast drei Wochen lang kennen gelernt.

Gestern, beim offiziellen Empfang in der Teloy-Mühle, zeigte sich der Geistliche besonders in erzieherischen Fragen politisch. "Nach der Einführung des ein wenig für Unruhe sorgenden Kinderbildungsgesetzes ist es jetzt in den Kindergärten wieder zu mehr Beruhigung gekommen", sagte Mussinghoff, der während seines Aufenthalts auch einigen der Meerbuscher Kindergärten einen Besuch abstattete. Vor allem die Betreuung von Kindern unter drei Jahren, die noch nicht "trocken" seien, erfordere eine intensive Pädagogik, lobte der Bischof die Arbeit der Erzieherinnen.

Im Gespräch über die jungen und jüngsten Meerbuscher ließ es sich Bürgermeister Dieter Spindler nicht nehmen, auch die Arbeit der Familienberatungsstelle hervorzuheben, die Eltern bei erzieherischen Problemen mit pädagogischem Rat zur Seite steht.

Bezogen auf die derzeitige Wirtschaftskrise warnte Mussinghoff vor zu unbedachter Schuldenanhäufung. Aufgrund des demografischen Wandels seien es bald immer weniger junge Menschen, die immer mehr Schulden der Vorgänger-Generation zu tragen hätten.

"Die Frage der kirchlichen Zukunft ist zugleich eine Frage vieler ehrenamtlicher Helfer"

"Ich bin der Meinung, dass es auch Aufgabe der Kirche ist, zu zeigen, dass dieser Schuldenberg sehr gefährlich ist." Auch an der Katholischen Kirche geht die Krise nicht vorbei. So sei der Sparzwang des Bistums Aachen noch immer akut. "Das Bistum hat 30 Prozent weniger Einnahmen aus Kirchensteuern, etwa die Hälfte aller Löhne musste gekürzt werden. Von ehemals fünf Akademie-Häusern ist eines geblieben", schilderte der Bischof die finanziell desolate Lage.

Früher oder später werde man auch in Meerbusch die Auswirkungen der Geldknappheit spüren. So geht Bischof Mussinghoff davon aus, dass nicht mehr jede katholische Gemeinde in Meerbusch, die dem Bistum Aachen angehört - Büderich ist Teil des Erzbistums Köln - einen eigenen Pfarrer haben kann.

Eine Lösung könnten pastorale Verbände sein, in denen sich mehrere Gemeinden Priester teilen. Dennoch sieht Mussinghoff darin auch eine Chance: "Die Frage der kirchlichen Zukunft ist zugleich auch eine Frage vieler ehrenamtlicher Helfer", sagte der Bischof.

In den vergangenen zwei Wochen hat Mussinghoff vielen Einrichtungen in Meerbusch einen Besuch abgestattet sowie Firmungen übernommen. Bei soviel Aktivität fiel es dem Geistlichen nicht schwer, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen. Bürgermeister Spindler versicherte: "Darin wähnen Sie sich in bester Gesellschaft."

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