Eine Zeitung für Senioren, ein Wunschkonzert für Patienten – Zwei Meerbuscher beweisen Einfallsreichtum.

Peter Sitsen lässt Patienten in der Therapieklinik an seiner Leidenschaft zur klassischen Musik teilhaben.
Peter Sitsen lässt Patienten in der Therapieklinik an seiner Leidenschaft zur klassischen Musik teilhaben.

Peter Sitsen lässt Patienten in der Therapieklinik an seiner Leidenschaft zur klassischen Musik teilhaben.

Peter Sitsen lässt Patienten in der Therapieklinik an seiner Leidenschaft zur klassischen Musik teilhaben.

Meerbusch. Um die 60 Meerbuscher engagieren sich inzwischen in dem von Stadt und Diakonie vor etwas mehr als einem Jahr ins Leben gerufenen Ehrenamt-Forum. Darunter sind auch Männer und Frauen, die sich mit eigenen Ideen an Koordinatorin Brigitte Erwig wenden - und damit bei der Sozialpädagogin auf offene Ohren stoßen.

Ursula Schmidt gehört zu diesen einfallsreichen Ehrenamtlern. Die Büdericherin hat bei Verlagen und renommierten Werbeagenturen gearbeitet und war zuletzt selbstständig. "Die Arbeit mit Kindern hätte mir zwar auch Spaß gemacht, ich wollte aber vor allem etwas machen, das ich wirklich gut kann", blickt Schmidt zurück.

So entstand die Idee einer hausinternen Zeitung für das Hildegundisheim in Osterath. Und damit nicht genug: Der Träger Caritas ist von den Fähigkeiten der Fachfrau offenbar so überzeugt, dass langfristig alle sechs Häuser, die die Hilfsorganisation im Kreis Neuss unterhält, mit den Hochglanz-Zeitschriften versorgt werden sollen.

Der Inhalt des quartalsweise in einer Auflage von 300 Stück erscheinenden Magazins spiegelt im Wesentlichen das wider, was sich in dem dreigeteilten Haus - Seniorenzentrum, Tagesstätte, Betreutes Wohnen - auch tatsächlich abspielt.

"Azubis oder neue Krankenpfleger, die sich vorstellen, Aktionen, Termine, Umbauarbeiten im Haus, Geburtstage oder Rückblicke auf Feierlichkeiten", zählt Schmidt nur einige Rubriken auf. "Für die Zukunft wäre sicherlich wünschenswert, wenn noch mehr eigene Texte von den Bewohnern kommen würden", so die Büdericherin, die neben Lay-out und dem Redigieren oft auch selbst das Fotografieren übernimmt.

Ansprechpartnerin für alle Fragen und Ideen ist Brigitte Erwig, die unter 2 0177 / 6714582 zu erreichen ist. Feste Sprechzeiten gibt es darüber hinaus donnerstags am Wichernweg 3, 15 bis 17 Uhr.

Ursula Schmidt investiert viel Freizeit in diese Arbeit, "aber ich mache es gerne und es geht mir inzwischen auch flott von der Hand".

400 Gigabyte klassische Musik schlummern auf dem Laptop

Peter Sitsen hört leidenschaftlich gerne klassische Musik. 400 Gigabyte im MP3-Format schlummern auf seinem Laptop, das entspricht etwa 1000 CD’s. "Warum sollten andere nicht ebenfalls von diesem großen Fundus profitieren", fragte sich der 65-Jährige - das war der Startschuss für das "Projekt Wunschkonzert".

Jeden Dienstagabend um 19 Uhr sucht sich Peter Sitsen in der St.Mauritius-Therapieklinik in Osterath nun ein ruhiges Eckchen und speist seine ausgesuchte Musik in das Krankenhaus-Fernsehen ein. "Es gibt ein Programm, da ist eine starre Kamera auf den Altar der Kapelle gerichtet. Dann wird halt einfach die Orgelmusik für 90 Minuten ausgeblendet und meine Musik abgespielt. Und jeder Patient kann entscheiden, ob er zuhört oder doch lieber wegzappt."

Für jedes Konzert denkt sich Sitsen ein anderes Thema aus, dieser Dienstag war dem 200.Geburtstag von Felix Mendelssohn gewidmet. "Ich will immer möglichst aktuell sein", erzählt der frühere IBM-Mitarbeiter. Das jeweilige Programm wird vorher per E-Mail verteilt. Sitsen würde sich auch darüber freuen, wenn Patienten Wünsche äußern oder das Gespräch mit dem Klassik-Experten suchen würden. "Das war bisher leider noch nicht der Fall."

Ein Instrument hat Peter Sitsen zwar nie gespielt, dafür aber die Musik von kleinauf geliebt und viele Konzerte besucht. "Ich höre zudem gerne Konzerte im Radio. Das ging aber nicht, als ich mehrfach im Krankenhaus gelegen habe, da musste ich mir mit einem kleinen Mini-Empfänger behelfen." Den benötigen die Patienten der Therapieklinik zumindest dienstags nun nicht mehr.

Doch so ganz ausgelastet ist Peter Sitsen auch mit dieser Tätigkeit offenbar nicht. "Ich helfe noch einer mazedonischen Familie - Nach- und Lebenshilfe. Man tut halt, was man kann."

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