Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) in der Ogata bietet jungen Erwachsenen eine Orientierungshilfe bei der Berufswahl.

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Charlotte Orth-Götz genießt die Arbeit mit den Grundschulkindern. Das FSJ hat ihren Berufswunsch Erzieherin nicht verändert.

Charlotte Orth-Götz genießt die Arbeit mit den Grundschulkindern. Das FSJ hat ihren Berufswunsch Erzieherin nicht verändert.

Marc Ingel

Charlotte Orth-Götz genießt die Arbeit mit den Grundschulkindern. Das FSJ hat ihren Berufswunsch Erzieherin nicht verändert.

Meerbusch. Lehrreich und brandaktuell: Nach dem Kinostart von "Ice Age 3" beschäftigt sich das Team der Ferienbetreuung in der Eichendorff-Grundschule Osterath mit den spannenden Hintergründen. Mit viel Vergnügen erarbeiten die Kinder eine Zeittafel der Steinzeit und basteln aus Pappmaché ein Mammut. So macht der Besuch der Offenen Ganztagsschule (Ogata) auch in den Sommerferien Spaß.

Vor allem für Berufstätige bedeutet die Ogata eine ungeheuere Entlastung. Die funktioniert allerdings nur, wenn es im Team genügend helfende Hände gibt. Ebenda liegt zurzeit das Problem des Trägers, des Osterather Betreuungsvereins: Händeringend sucht er Bewerber für ein Freiwilliges Soziales Jahr.

"Wir werden weinen, wenn Du gehst."

Ogata-Kinder zum Abschied von FSJ-lerin Charlotte

In der Eichendorff-Schule arbeitet die FSJ-lerin Charlotte Orth-Götz ihre Nachfolgerin Nathalie Gahlen bereits ein, doch in anderen Stadtteilen hofft man noch auf Volljährige, die sich orientieren wollen oder sich beispielsweise als Abiturienten in der Warteschleife für einen NC- besetzten Studiengang befinden.

Die 19-jährige Charlotte Orth-Götz hat sich in der aufregenden Zeit in Osterath, der einzigen Offenen Ganztagsschule im Umkreis ihrer Heimatstadt Duisburg, endgültig für die Ausbildung zur Erzieherin im Berufskolleg entschlossen. "Ich war immer sehr sozial eingestellt", sagt sie zu dem von ihr gewählten Fach-Abi in Sozialwesen.

Besonders reizvoll findet Orth-Götz das enge Zusammenspiel von Schule und Betreuung, begleiten und beeinflussen doch die Freiwilligen täglich zwei Stunden den Regelunterricht. Nerven kann die junge Frau rein gar nichts: "Vielleicht ein Helfersyndrom", mutmaßt sie fröhlich. Ihr gefalle die Arbeit mit größeren als Kindergarten-Kindern.

Wenn alles klappt, sagt Charlotte, könne sie sich nichts Besseres vorstellen, als auch ihr Soziales Jahr beim OBV abzuleisten. Bis dahin dauert es aber noch, und so hat sie von all den lieb gewonnenen Kindern zum Abschied gemalte Bilder erhalten. "Puh, und sie von mir! Sie haben darauf bestanden."

Auch mit der Vergütung ist Charlotte, die alleine wohnt, gut klar gekommen. Das Freiwillige Jahr gilt wie ein Ausbildungsjahr, insofern können FSJ-ler im Zweifel auch eine Berufsausbildungsbeihilfe beantragen.

Charlottes Nachfolgerin Natalie Gahlen hat den Leistungskurs Pädagogik auf dem Meerbusch-Gymnasium, Nachhilfestunden für Fünft- bis Zehntklässler sowie viele gemeinsame Stunden mit zahlreichen Cousins und Cousinen als Erfahrungen im Rücken und den Beruf der Grundschullehrerin vor Augen. Sie hat die Osterather Betreuungs-Kinder schon kennen gelernt und aufmerksam den Berichten über die Ausbildungsseminare gelauscht, die im nächsten Jahr auf sie zukommen. Dort wird sie selbst Spiele erfinden, sich aber auch mit den Erziehungsmethoden aus einschlägigen Theoriebüchern vertraut machen. Charlotte Orth-Götz zieht diesen Studien-Bibeln ein einfaches Kinderbuch vor. "Die Raupe Nimmersatt" beispielsweise sei einfach unverzichtbar, um Kinder zu öffnen und deren Gefühle ausrichten zu können. "Wir werden weinen, wenn du gehst", kündigten die schon wissend an.

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