Heimatkreis will die Geschichte eines Ölbilds „Löwenburg“ klären.

Ortsgeschichte
Doppelte Löwenburg: Franz-Josef Radmacher und Franz Jürgens vom Heimatkreis Lank mit dem Gemälde des unbekannten F. Haschke.

Doppelte Löwenburg: Franz-Josef Radmacher und Franz Jürgens vom Heimatkreis Lank mit dem Gemälde des unbekannten F. Haschke.

Thomas Glein

Doppelte Löwenburg: Franz-Josef Radmacher und Franz Jürgens vom Heimatkreis Lank mit dem Gemälde des unbekannten F. Haschke.

Lank. Kunst- und Musikfreunde sind in der Teloy-Mühle an der Kemperallee in Lank zu Hause. Die Treppe hinauf gehen jedoch die wenigsten. Der Heimatkreis hat den Raum kürzlich gründlich aufgeräumt, wobei Karl-Heinz Thelen ein Ölgemälde in die Hand fiel: Auf einem Format von etwa 60 mal 80 Zentimetern ist die Villa Löwenburg abgebildet.

Das mittlerweile geräumte Gebäude an der Gonellastraße steht zum Verkauf – sehr zum Verdruss des Heimatkreises, der sich vergeblich für eine weitere öffentliche Nutzung eingesetzt hatte. Auch als ein Standort für eine Art Heimatmuseum war es im Gespräch. Diese Ansätze wurden verworfen, doch hat der Protest immerhin dazu geführt, dass zwar Gebäude und Grundstück verkauft werden, der neue Eigentümer jedoch Gebäude und Fassade erhalten muss.

„Wir haben keine Ahnung, wie das Gemälde in den Besitz des Heimatkreises gelangt ist“, erläutert dessen Vorsitzender Franz-Josef Radmacher. Wer ist dieser F. Haschke, dessen Signatur lesbar ist? Wann hat er das Bild gemalt, das Radmachers Neugier weckt – unabhängig von jeder künstlerischen Qualität?

Auch das Motiv selbst wirft Fragen auf. An den Baum, der die Gebäudemitte verdeckt, könne sich kein Lanker erinnern. „Und die Löwenskulptur, die bis 1938 vor dem Gebäude stand, fehlt. „Also ist das Bild vermutlich nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden“, spekuliert Radmacher vorsichtig.

Der Künstler Christian Forsen hat vor einigen Jahren eine Nachbildung der Löwenfigur angefertigt, die seitdem als Dauerleihgabe des Heimatkreises an die Stadt Meerbusch vor dem Gebäude sitzt. „Wir setzen uns dafür ein, dass der Löwe auch nach einem Verkauf des Areals durch die Stadt Meerbusch als Wegweiser vor der Löwenburg oder in ihrer Nähe sitzt“, sagt Radmacher. Dafür will sich der Heimatkreis im Einvernehmen mit der Stadt beim künftigen Eigentümer einsetzen.

Erneuter Vorstoß für ein Heimatmuseum

Die Stadt verkauft das Grundstück Gonellastraße 32-34. Der Mindestkaufpreis liegt bei 800.000 Euro. Auf dem rund 3.400 Quadratmeter großen Areal steht unter anderem die ehemalige Unternehmervilla „Löwenburg“, die zuletzt als städtisches Verwaltungsgebäude genutzt wurde.

Das um 1900 erbaute Haus ist mit seiner neo-klassizistischen Fassade prägend für das Ortsbild. Es soll in ein neues Bebauungskonzept mit altengerechten Wohnformen integriert werden. Das Nachbargebäude aus dem Jahr 1930 muss nicht erhalten bleiben.

Noch bis Dienstag, 1. März, können sich die Interessenten für den Teilnahmewettbewerb bewerben. Ihre Ansprechpartnerin ist Doris Schröter, zu erreichen unter Telefon 02150-916 196 oder E-Mail doris.schroeter@
meerbusch.de.

Auch wenn die Idee des Heimatkreises, in der Villa Löwenburg ein stadtgeschichtliches Museum einzurichten, scheiterte, hält der Heimatkreis an seiner Forderung fest, dass ein solches Haus an geeigneter Stelle in Meerbusch eingerichtet werden sollte.

Viele Sammlungen und Exponate, die für die Region von Bedeutung waren, würden verrotten, weil keine geeigneten Räume zur Verfügung stünden. Außerdem, so Geschäftsführer Franz Jürgens, benötige man neue Räume für die Vereinsarbeit und die Lagerung von Literatur und Archivgut. „Der von der Stadt Meerbusch zur Verfügung gestellte Kellerraum in der Pastor-Jacobs-Schule reicht hierfür leider nicht mehr aus.“

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