Die evangelischen Gemeinden laden am 19. März zum Reformationsjubiläum ein.

Freuen sich aufs Liederfest: (v.l.) die Kantoren Rüdiger Gerstein, Petra Wuttke und Claudia Jacobs.
Freuen sich aufs Liederfest: (v.l.) die Kantoren Rüdiger Gerstein, Petra Wuttke und Claudia Jacobs.

Freuen sich aufs Liederfest: (v.l.) die Kantoren Rüdiger Gerstein, Petra Wuttke und Claudia Jacobs.

Dackweiler

Freuen sich aufs Liederfest: (v.l.) die Kantoren Rüdiger Gerstein, Petra Wuttke und Claudia Jacobs.

Die evangelischen Gemeinden in Meerbusch begehen das Reformationsjubiläum nicht nur mit Predigten, Vorträgen und Reisen, sondern auch musikalisch mit einem „Liederfest“ am Sonntag, 19. März, um 18 Uhr in der Kreuzkirche Lank.

„Es handelt sich um ein Mitmachkonzert, bei dem alle Besucher Lieder aus fünf Jahrhunderten gemeinsam singen können“, sagen die Kantoren Rüdiger Gerstein (Osterath), Claudia Jacobs (Lank) und Petra Wuttke (Büderich), die den Abend vorbereitet haben. „Bis zur Reformation gab es praktisch keine Lieder zum Mitsingen“, erklärt Gerstein. „Die Gemeinde lauschte lediglich den Chorälen und Hymnen, die meist in Latein vorgetragen wurden“, so Jacobs.

„Bis zur Reformation gab es praktisch keine Lieder zum Mitsingen.“

Rüdiger Gerstein, Kantor

Erst durch Martin Luther, der am 31. Oktober 1517 mit dem Anschlag seiner Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg die Reformation anstieß, wurde die deutsche Sprache in die Kirche und somit in das kirchliche Liedgut eingeführt. Der Reformator selbst schrieb etliche neue Kirchenlieder und übersetzte ältere. „In unserem heutigen Gesangbuch sind daher nur wenige Lieder aus der vorreformatorischen Zeit“, so Jacobs. Zwei haben die Kantoren jedoch gefunden und mit ins Programm aufgenommen. Wie Lied 421 aus dem evangelischen Gesangbuch: „Verleih uns Frieden gnädiglich“, das aus dem 9. Jahrhundert stammt, aber von Luther in Text und Musik überarbeitet wurde.

Das neueste Lied des Programms stammt aus dem vergangenen Jahr. Christoph Spengler vertonte das Motto des Reformationsjahres im Rheinland: „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.“ Der Text stammt vom niederrheinischen Kabarettisten Hanns-Dieter Hüsch.

Die Sänger werden von einem Chor sowie der Orgel begleitet

Insgesamt können 25 Kirchenlieder gesungen werden, wobei jeweils ein altes und ein neues zum gleichen Thema gegenübergestellt werden. Beispiel: „Lobe den Herrn, den mächtigen König der Erden“ aus dem 17. Jahrhundert und „Lob, meine Seele, lobe den Herrn“ aus dem Jahr 1960. Damit die Besucher nicht alleine den richtigen Ton treffen müssen, werden sie von der Orgel, von einer Combo aus Osterath und einem Chor aus Mitgliedern der drei Gemeinden unterstützt. Wobei die Combo aus sieben Musikern mit zehn Instrumenten besteht. „Es gibt aber auch a capella-Stücke“, sagt Wuttke. Manche Strophen singt der Chor alleine, um die Melodie vorzustellen.

Eine Sonderstellung nimmt das Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ von Paul Gerhard ein. Es werden nicht alle 15 Strophen dieses populären kirchlichen Hits gesungen, sondern nur einige und diese sogar mit einem neuen Text, der aus anderen Liedern entliehen wurde. „Lieder haben in der Reformation bei der Verbreitung der theologischen Botschaft eine große Rolle gespielt“, sagt Gerstein.

Mit Liedern könne man verschiedene menschliche Ebenen erreichen: die sinnliche, die emotionale und die rationale. „Oft begleiten bestimmte Lieder Menschen ein ganzes Leben lang“, sagt Wuttke. Um auch diese Lieder einzubinden, gibt es zum Ende der Veranstaltung ein kleines Wunschkonzert.

Ab Sonntag stehen dazu in den Kirchen Kästen bereit, in die man seinen Liederwunsch einwerfen kann. Und ganz zum Schluss singen alle gemeinsam einen Kanon aus zwei Lieder, die sich überlagern: „Der Mond ist aufgegangen“ und „Herr, bleibe bei uns“.

Für Oktober planen die Kantoren eine weitere Veranstaltung zum Lutherjahr: fünf Konzerte in den fünf evangelischen Kirchen, die an zwei Tagen besucht werden können.

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