Wolf Wondratschek liest Montagabend im Kunstkabinett Mönter in Osterath aus dem neuen Roman „Mara“.

Wolf Wondratschek verlässt mit „Mara“ die ausgetretenen Pfade herkömmlicher Erzählkunst.
Wolf Wondratschek verlässt mit „Mara“ die ausgetretenen Pfade herkömmlicher Erzählkunst.

Wolf Wondratschek verlässt mit „Mara“ die ausgetretenen Pfade herkömmlicher Erzählkunst.

privat

Wolf Wondratschek verlässt mit „Mara“ die ausgetretenen Pfade herkömmlicher Erzählkunst.

Osterath. Zu einer spannenden Reise in die zeit des 1711 von Antonio Stradivari hergestellten Mara-Cellos lädt der Meerbuscher Kulturkreis am Montag ab 19 Uhr ins Buch- und Kunstkabinett Mönter, Kirchplatz 1-5, in Osterath.

Wolf Wondratschek liest aus seinem Roman "Mara" - und wird die Lesung mit Musikbeispielen verschiedener Interpreten, eingespielt auf dem Mara-Cello, bereichern.

Mit "Mara" verlässt der Lyriker die ausgetretenen Pfade der Erzählkunst und bringt das Cello wunderbar zum Klingen. Wondratschek erzählt die Geschichte in der Ich-Form des Instruments, er macht es zur Hauptfigur des Buches und stellt damit seine unkonventionelle Schreibweise unter Beweis.

Mara wäre 1963 in Südamerika fast "ums Leben" gekommen

"Mara" ist schon mehrmals um die Welt gereist. Das Cello hat für Könige und Bürger gespielt, in Kathedralen und Schlössern. Virtuosen und Banker haben sich seiner angenommen und seinen Wert gesteigert.

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juli 1963 wäre es in Südamerika, im Mündungsgebiet des Rio de la Plata, fast "ums Leben" gekommen. Es hat fast 300 Jahre auf dem Buckel - und klingt wie am ersten Tag.

Hotline: 02159 / 3530, Eintritt: 10 Euro

Wondratschek ist durch seine häufigen TV-Auftritte in Deutschland und Österreich bekannt. Der Besuch des in Wien lebenden Autors ist nur durch ein großes persönliches Engagement und die gute Zusammenarbeit zwischen dem Meerbuscher Kulturkreis und dem Osterather Kulturzentrum möglich geworden.

Der 67-Jährige wurde in Rudolfstadt/Thüringen geboren und wuchs in Karlsruhe auf. Nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie in Heidelberg, Göttingen und Frankfurt war er zwei Jahre lang Redakteur der Zeitschrift "Text+Kritik". Seit 1967 ist Wondratschek als freischaffender Schriftsteller und Kritiker tätig.

Zunächst begann er als Verfasser von Gedichten und Kurztexten - und positionierte sich in radikaler Opposition zu herkömmlicher Lyrik und Prosa. Er verfasste neben Lyrik auch Essays, Musiktexte, Kurzprosa, Hörspiele, Kinderbücher, Reportagen und Filmdrehbücher.

Der Rock-Poet hat sich dem Literaturbetrieb verweigert

Die in seinen Gedichtbänden enthaltenen Liedtexte etablierten ihn als "Rock-Poeten". Wondratschek hat sich seit seinen Anfängen dem Literaturbetrieb verweigert, ist aber gleichzeitig einer der erfolgreichsten Lyriker deutscher Zunge.

Erzählen ist für Wondratschek Begegnung mit dem "totalen Empfinden", früher als politisch-literarischer Provokateur, heute als "Höriger der Kunst" - im Verletzen und Verletzt-Werden. Sein Comeback vor wenigen Jahren brachte den ehemaligen Pop-Poeten in einem fulminanten Durchlauf an die Spitze der Bestenlisten. Red

 

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