Das Ergebnis der Sanierung der Moerser Straße wird durchaus kritisch gesehen. Es handelt sich aber nicht zwingend um technische Mängel.

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Der Übergang von der alten (vorne) zu neuen Fahrbahn: Technisch, so sagt der Landesbetrieb, lägen wohl keine Mängel vor.

Der Übergang von der alten (vorne) zu neuen Fahrbahn: Technisch, so sagt der Landesbetrieb, lägen wohl keine Mängel vor.

Die Wellenlinien der Straße und des Bordsteins sind vor allem auf der östlichen Seite der L137 unübersehbar. (Fotos (2): H. Eins)

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Der Übergang von der alten (vorne) zu neuen Fahrbahn: Technisch, so sagt der Landesbetrieb, lägen wohl keine Mängel vor.

Büderich. Die Weihnachtsferien sind vorbei, doch Schnee und eisige Temperaturen werden zumindest die nächsten Tage prägen. Das bedeutet Probleme für manche Arbeitnehmer.

Am Dienstag will der Landesbetrieb Straßen NRW, der gemeinsam mit der Stadt die Bauarbeiten an der L137 in Büderich beauftragt hat, mit der Baufirma Eurovia beraten, wann die Sanierung fortgesetzt wird. "Bei Temperaturen um zehn Grad unter Null ist das unmöglich", meint Bau-Abteilungsleiter Willi Kolks vom Landesbetrieb Straßen NRW.

Mit einiger Irritation haben viele Meerbuscher auf die Fertigstellung des ersten Teilstücks im ersten Bauabschnitt der Moerser Straße reagiert. Allerlei Anrufer fragten auch bei der Stadtverwaltung nach, ob dies wirklich der Endausbau-Zustand sei.

Auf Verständnis stößt diese Schar der Skeptiker selbst bei Kolks. Der bestätigt zwar, dass die Arbeiten an dem Teilstück beendet seien, sagt aber auch: "Ich teile den Eindruck, dass man etwas verbessern sollte."

Die Irritation soll vor allem ein Problem der Optik sein

Der Anlass für das Kopfschütteln der Kritiker ist sinnlich wahrnehmbar: Beim Wechsel von der alten Fahrbahn auf das erneuerte Stück wird das Fahrgeräusch im Auto deutlich lauter. Unübersehbar verläuft zudem die Bordsteinkante vor allem auf der östlichen Straßenseite zur K-Bahn hin an der Fahrbahn entlang in Schlangenlinien. Und damit nicht genug, gibt es den Wellenreiter-Effekt, also eine minimale, aber deutlich spürbare Berg- und Talfahrt mit dem Auto, die sich auch auf den Bordstein erstreckt.

Willi Kolks bestreitet diesen kleinen Erlebnisparcours keineswegs, sagt aber: "Technisch scheint alles in Ordnung zu sein." In dem Bauabschnitt vor dem Forsthaus würden "ungünstige Bedingungen" herrschen. Im Kern handele es sich um einen optischen Mangel.

"Ich teile den Eindruck, dass man etwas verbessern sollte."

Willi Kolks, Leiter der Abteilung Bau bei Straßen NRW

Der Hintergrund: Die Fahrbahn hat eine 2,5-prozentige Neigung nach rechts, damit das Regenwasser abfließen kann und es zu keinem Aquaplaning komme. "Die Situation jetzt ist nach den technischen Vorgaben korrekt." Dass zusätzlich zu dieser Querneigung eine Längsneigung die Fahrbahn hoch und runter führe, sei ebenso Standard: So werde das Wasser von der Fahrbahn in die Abläufe am Rande gelenkt.

Diese Welle wirke in dem Straßenabschnitt extrem, weil sie auch den Bordstein erfasst. "Der Bordstein flattert mit, weil er immer den gleichen Abstand zur Rinne hält. Das muss nicht sein." Da fehle den Verkehrsteilnehmern dann der optische Fixpunkt: "Und der Bordstein wandert in diesem Fall sehr extrem mit", gibt Kolks zu.

Perfektioniert wird diese auffällige Linienführung auf der östlichen Seite durch Ausbuchtungen für die Baumbeete, die die Baumwurzeln schützen.

Eine intensivere Prüfung soll nun zeigen, ob die Arbeiten technisch korrekt ausgeführt worden sind. Dafür spricht in Kolks Augen einiges: "Am Deutschen Eck ist genauso gearbeitet worden, doch dort gibt es keine Klagen."

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