Ute Langanky zeigt im Kunstkabinett von Konrad Mönter ihre Arbeiten zum Thema „Ins Offene“.

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Die Künstlerin Ute Langanky (r.) und Museumsdirektorin Gabriele Uerscheln vor einer der großformatigen Arbeiten, die am Kirchplatz gezeigt werden.

Die Künstlerin Ute Langanky (r.) und Museumsdirektorin Gabriele Uerscheln vor einer der großformatigen Arbeiten, die am Kirchplatz gezeigt werden.

Marc Ingel

Die Künstlerin Ute Langanky (r.) und Museumsdirektorin Gabriele Uerscheln vor einer der großformatigen Arbeiten, die am Kirchplatz gezeigt werden.

Osterath. Hat Ute Langanky eine Affäre mit der Romantik oder hat sie sie nicht? Gabriele Uerscheln, Museumsdirektorin von Schloss Benrath, eröffnet die zweite Ausstellung der Hüppi-Schülerin im Hause Mönter und geht dieser Frage ausführlich und unter Zuhilfenahme von Gedanken des Philosophen Heraklit nach.

"Nein, damit gibt sie sich nicht ab", ist das Fazit mit Verweis auf die überaus licht- und pflanzengesättigten Bilder der Künstlerin. Zehn Werke mit geheimnisvollen Landschaften und von Helligkeit durchleuchteten Blüten sowie 14 "kristallklare" Fotodrucke auf Büttenpapier bilden die Basis der Schau unter dem Titel "Ins Offene".

Langanky, die auf dem Gelände der Raketenstation lebt und dort ihr künstlerisches "Labor" hat, erschließt ihre alltägliche Umgebung für ihre Vorstellungs- und Bilderwelt. Ihre Malerei lebt von der Spannung zwischen zarten Schleiern intensiver Töne und verdichteten informellen Flächen.

Impulsgeber ist immer das natürliche Licht, welches hier den Himmel im Abendrot oder Mondschein erglühen und dort die kunstvoll vereisten Überreste der Vegetation brillieren lässt.

Von Romantik im heute landläufigen Sinne des Kitschigen findet sich keine Spur, trotz der gefühlten Sehnsucht, dem unverkennbaren Mysterium, dem blickfangenden Geheimnis. "Ein schöner Kampf zwischen vergehenden, membranzarten Blüten und deren genauso vergänglichem Gerüst", definiert es Uerscheln und nutzt ein Wort zur Zusammenfassung: "Callos", der griechische Begriff für Schönheit.

Faszinierend und auf eine gewisse Art die Sehnsucht nach Tiefe befriedigend, sind die Arbeiten "Amaryllis Zoom" und "Amaryllis Galaxie", die Ablichtungen von eisigen Ballonreben und reifrauem Blatt, die das Anmutige von Natur und Lebenskreis bewahren.

Die Künstlerin Ute Langanky offenbart hiermit die Restschönheit einer angepassten Natur in der Ödnis am Rande von Neuss, inmitten von großen Feldern, Wachtürmen, alten Bunkern, Hangars und Raketensilos.

Kunstkabinett Mönter, Osterath, Kirchplatz 1-5: Ute Langanky zeigt Bilder und Fotografien zum Thema "Ins Offene"; bis 15.Februar; mo, di, do, fr 10-14 Uhr und 15-18.30 Uhr; mi und sa 10-14 Uhr

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