Verein befürchtete Gewalt zwischen Rechten und Linken in Lank.

Rock am Turm
Da war die Welt bei Rock am Turm noch in Ordnung: Lolita Nace rockte vor zwei Jahren einen voll besetzten Wasserturm.

Da war die Welt bei Rock am Turm noch in Ordnung: Lolita Nace rockte vor zwei Jahren einen voll besetzten Wasserturm.

Ingel

Da war die Welt bei Rock am Turm noch in Ordnung: Lolita Nace rockte vor zwei Jahren einen voll besetzten Wasserturm.

Lank-Latum. Die für den Montagabend nach Weihnachten geplante zehnte Auflage von Rock am Turm im Forum Wasserturm in Lank fällt aus. Ausschlaggebend für die Absage war jedoch nicht allein der schleppende Kartenabsatz, wie zunächst in einer Pressemitteilung des Vereins Rock am Turm vermeldet wurde, sondern primär Hetze auf rechtsradikalen Internetseiten, die ihren Ursprung in Neuss und Berlin haben, und die im Netz weiter verbreitet wurde.

Dort heißt es, Rock am Turm sei ein Treffpunkt gewaltbereiter Linker, außerdem würden antideutsche Parolen skandiert. Das Forum Wasserturm in Lank wird ausdrücklich mit Adresse genannt, weitere Informationen würden folgen.

„Wir haben uns daraufhin entschlossen, das Konzert abzusagen“, erklärt Marius Luciano, Schatzmeister des Vereins Rock am Turm. „Es ist im Vorfeld immer schwer, die Ernsthaftigkeit solcher Parolen zu bewerten. Aber die Gefahr bestand, dass normale Besucher womöglich zwischen die Fronten einer Auseinandersetzung von gewaltbereiten Rechten und Linken geraten könnten.“

Das habe auch nichts mit Einknicken oder Wegducken zu tun, unterstreicht Luciano weiter, „aber wir konnten als eingetragener Verein einfach kein Risiko eingehen. Wir haften moralisch und rechtlich für die Sicherheit der Besucher einer Veranstaltung, die wir organisiert haben“. Harmlose Musikliebhaber, die in den Straßen von Lank-Latum von Neo-Nazis attackiert würden? „Dieses denkbare Szenario wollten wir auf jeden Fall verhindern.“

Der Verein habe auch die Polizei von den Erkenntnissen informiert. Die wiederum bot sich an, vorab eine Gefahrenanalyse durchführen zu lassen. „Doch dafür war die Zeit einfach zu kurz“, so Luciano. Auch Kulturdezernentin Angelika Mielke-Westerlage und Bürgermeister Dieter Spindler hätten die Absage als „sehr verantwortungsbewusst“ begrüßt.

Die Verluste für den Verein würden sich in überschaubaren Grenzen halten, sagt der Schatzmeister. Wie es jetzt mit dem Verein und der Konzertreihe weitergeht, soll am Montagabend im internen Kreis besprochen werden. Luciano: „Wir werden uns dann sicherheitshalber auch am Forum Wasserturm noch mal umschauen.“

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