Tiefbau: Unsichtbare Technik: Das „Liner-Verfahren“ erspart Lärm, Dreck und schont die Nerven der Anwohner.

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Innerhalb von vier Jahren sollen alle schadhaften Abwasserkanäle in Lank saniert werden.

Innerhalb von vier Jahren sollen alle schadhaften Abwasserkanäle in Lank saniert werden.

Ingel

Innerhalb von vier Jahren sollen alle schadhaften Abwasserkanäle in Lank saniert werden.

Lank-Latum. Einen Zeitraum von vier Jahren hat das Technische Dezernat der Stadtverwaltung ins Auge gefasst, um in Lank-Latum nach und nach alle schadhaften Abwasserkanäle zu sanieren. Jetzt beginnen die Arbeiten: Bis Jahresende kommen zunächst die Straßen Am Latumer See, die Allensteiner Straße, Am Bach, Am Lipperhof, Am Schwanenhof, Am Striebruch, die Arndstraße und Auf der Hees an die Reihe.

Erfreulich: Den Anwohnern bleiben größere Behinderungen erspart, denn saniert wird hauptsächlich in grabenloser Bauweise. Das so genannte "Liner-Verfahren" wurde im Stadtgebiet bereits mehrfach angewandt - mit durchweg guten Erfahrungen: Zur Abdichtung von innen wird ein harzgetränkter Glasfaserschlauch ins Kanalrohr eingezogen und dann mittels UV-Licht ausgehärtet.

Gearbeitet wird von den vorhandenen Kanalschächten aus, das zeit- und kostenaufwändige Aufreißen der Straße entfällt. "Nur im Bereich der Schachtzugänge kann es ab und an zu Behinderungen kommen", so der zuständige Bauleiter im Fachbereich Straßen und Kanäle, Frank Vasen. "Denn dort brauchen die Arbeiter Platz für Fahrzeuge und Gerät."

Während der Arbeiten darf kein Wasser in den Kanal gelangen

Unmittelbar bevor es losgeht, verteilt das beauftragte Tiefbauunternehmen Info-Briefe an die Anwohner. "Wichtig ist, dass während der Arbeiten kein Wasser oder Abwasser in den Kanal gelangt", betont Vasen, "denn das würde das Einziehen der Liner erheblich behindern." Ist der wasserdichte "Innenstrumpf" des Kanals ausgehärtet, werden mittels Robotertechnik die Hausanschlüsse und Leitungen der Straßensenken wieder dicht an den "neuen" Kanal angebunden. Da die Tiefbauer oftmals mit großen Fahrzeugen rangieren müssen, wurden in diesen Tagen an den betroffenen Straßen bereits Halteverbotsschilder aufgestellt.

Wichtig: Im gesamten Baustellenbereich, insbesondere in der Nähe von Baumaschinen ist besondere Vorsicht geboten. "Kinder sollten aus Sicherheitsgründen unbedingt von der Baustelle ferngehalten werden", warnt Vasen. Die Halteverbotszonen seien unbedingt einzuhalten, um die Arbeiten nicht zu verzögern.

Der erste Schritt der Sanierungsarbeiten kostet rund 500000 Euro, gebaut wird voraussichtlich drei Monate. Aus verfahrenstechnischen Gründen sind die Tiefbauer nicht an jedem Arbeitstag an allen Stellen gleichzeitig tätig.

Ganz ohne Bagger läuft allerdings auch in Lank-Latum die Kanalsanierung nicht. An einigen Stellen muss der schadhafte Kanal trotz moderner Technik "klassisch" freigelegt werden. Die vorbereitenden Arbeiten dafür beginnen Ende Oktober.

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