Weil der Ausbau des Güterbahnhofs stockt, hängen die Programmplaner in der Luft.

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Der Alte Güterbahnhof soll für Jugendliche zum Treffpunkt werden. In dem Jugendcafé sollen regelmäßig Lesungen, Ausstellungen oder Konzerte stattfinden. Jetzt scheint dieses Konzept gefährdet.

Der Alte Güterbahnhof soll für Jugendliche zum Treffpunkt werden. In dem Jugendcafé sollen regelmäßig Lesungen, Ausstellungen oder Konzerte stattfinden. Jetzt scheint dieses Konzept gefährdet.

Norbert Stirken: „Jugendlichen wird kein Angebot gemacht.“

Ingel, Bild 1 von 2

Der Alte Güterbahnhof soll für Jugendliche zum Treffpunkt werden. In dem Jugendcafé sollen regelmäßig Lesungen, Ausstellungen oder Konzerte stattfinden. Jetzt scheint dieses Konzept gefährdet.

Osterath. Mit Elan wurde das Projekt angeschoben: Mit der notgedrungenen Abwicklung des Jugendtreffs Pappkarton in Strümp sollte die städtische Jugendarbeit in Meerbusch neu auf die Bedürfnisse der mobilen Jugend ausgerichtet werden.

Die Idee: Ein Jugendcafé im Alten Güterbahnhof an der Ladestraße, zentral gelegen, mit Bus, K-Bahn und Zug erreichbar. Die Kosten für den Umbau (siehe Kasten) schienen kalkulierbar, denn die Osterather Handwerker – nicht wenige in der Feuerwehr oder bei den Schützen aktiv – wollten anpacken. Nicht ohne Hintergedanken: Es fehlt ein großer Saal, seit das Hotel Weindorf im Dorf geschlossen hat. Jugendcafé (etwa 160 Quadratmeter) und die benachbarten, vom Meerbuscher Kulturkreis verwalteten Räume, verbunden durch eine große Tür, wären wohl für größere Veranstaltungen geeignet.

Auf diese Raumverbindung setzt auch das Nutzungskonzept, das die Musikszene Meerbusch entwickelt hat und das der Jugendhilfeausschuss im September 2011 absegnete (siehe Kasten).

Doch jetzt geht die Rechnung nicht auf: Stellplätze, Schallschutzverglasung, Lüftungsanlage, Dachsanierung, Versammlungsstättenverordnung – die Anforderungen steigen, und damit explodieren die Kosten. Im September soll eine neue Rechnung präsentiert werden.

Jugendlichen wird zurzeit kein Angebot gemacht

Norbert Stirken vom Vorstand der Musikszene findet die aktuelle Situation höchst unbefriedigend. Offenbar sei den Gebäudeplanern erst an einem Runden Tisch mit allen Beteiligten im März klar geworden, welche Folgen das Veranstaltungskonzept habe. „Jetzt kommen Aspekte in die Diskussion, die von Beginn an klar waren“, sagt Stirken.

Betreiber Der Osterather Betreuungsverein (OBV) soll das Jugendcafé an der Ladestraße betreiben, die Musikszene Meerbusch das Programm machen.

Programm Die Programmstruktur geht von 52 Veranstaltungen im Jahr aus, davon sechs Großveranstaltungen, in denen das Jugendcafé und der benachbarte Raum des Meerbuscher Kulturkreises (MKK) genutzt werden.

Kosten Unklar. Die Stadt wollte 280 000 Euro ins Café, 160 000 Euro in die vom MKK verwalteten Räume investieren. Die Osterather Handwerker wollten sich in erheblichem Umfang mit Sachleistungen an der Gebäudesanierung beteiligen.
 

Sein Eindruck: „Man hat eine schöne, schnelle Lok mit Dampf auf die Gleise gesetzt, bei jedem Zwischenstopp einen schweren Waggon angehängt und ist jetzt mitten auf dem Gleis steckengeblieben.“ Und das, obwohl der Pappkarton in Strümp und die offene Tür in St. Pankratius Bösinghoven geschlossen seien, der Sky Club im Keller der Nussschale in Osterath im Januar 2013 Vergangenheit sein soll. „Den Jugendlichen wird kein nichtkonfessionelles Angebot mehr gemacht.“

Das Problem für ihn und Mitstreiter wie Ulli Wetter, sollte das Jugendcafé wie jetzt vorgesehen erst Ende 2013 eröffnen: „Wir sind nicht in der Lage, ein Team, das das Café betreiben soll, zwei Jahre zu motivieren und zu halten.“

Inwieweit der Verein auch ein abgespecktes Konzept realisieren könnte, lässt Stirken offen. „Ich kann mir drei Sofas in einem Wohnzimmer, halb so groß wie der Pappkarton, nicht als großen Wurf der Jugendpolitik vorstellen.“

Stellplatzfrage pragmatisch lösen

Er sieht in dem Verbund der Räume große Chancen, und sieht auch die Stellplatzfrage pragmatisch: Der Normalbesucher sei zwischen 13 und 17 Jahre alt, und bei größeren Veranstaltungen wie Konzerten müsste man doch die Güterbahnhof-Besucher auf dem Parkplatz des geplanten Frischemarkts unterbringen können, denkt er laut nach. „Wo ist eigentlich das Problem?“

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