Franzosen in Meerbusch: Valerie Rosenbaum und Caroline Gruß erzählen von Klischees und ihren Erwartungen zur Tour-Durchfahrt.

Valerie Rosenbaum (l.) und Caroline Gruß zeigen eine französische Gebäck-Spezialität: Macarons.
Valerie Rosenbaum (l.) und Caroline Gruß zeigen eine französische Gebäck-Spezialität: Macarons.

Valerie Rosenbaum (l.) und Caroline Gruß zeigen eine französische Gebäck-Spezialität: Macarons.

Hans-Jürgen Bauer

Valerie Rosenbaum (l.) und Caroline Gruß zeigen eine französische Gebäck-Spezialität: Macarons.

Es genügen schon wenige Worte – und alle Herzen schlagen höher. Und das liegt eindeutig am zauberhaften Akzent. Denn egal, was Valerie Rosenbaum sagt, es klingt immer wie eine Liebeserklärung. Die 44-Jährige wohnt seit 15 Jahren in Deutschland und seit vier Jahren in Lank, doch ihren Akzent hat sie bislang nicht ablegen können. „Solch’ einen schönen französischen Einschlag in der Sprache hätte ich auch gerne. Selbst wenn sie schimpft, klingt das nett“, sagt ihre Freundin Carolin Gruß neidisch. Die 50-Jährige hat selbst eine französische Mutter aus Bordeaux und einen deutschen Vater, wuchs zweisprachig auf, spricht beide Sprachen deshalb akzentfrei.

Bei der Pünktlichkeit stellen die Freundinnen Unterschiede fest

Valerie Rosenbaum wuchs in Caen in der Normandie auf und lernte ihren Mann Marco Rosenbaum aus Strümp während des Studiums in Paris kennen. In Lank fühle sie sich wohl, aber ihre Sehnsucht nach Frankreich sei groß. „Wir verbringen jeden Urlaub in meinem Heimatland. Das ist ein absolutes Muss.“

Carolin Gruß lebte als Kind unter anderem in Heidelberg. Als sie vor zwölf Jahren zu ihrem Mann nach Strümp zog, änderte sie ihre berufliche Richtung, stellt seither in Handarbeit die französische Süßigkeit Macarons her. Die beiden Frauen kennen sich aus einem privaten Kontaktkreis für Franzosen. Sie sind sich einig: Die beiden Völker ergänzen sich wunderbar.

Baskenmütze, Baguette, Brie und Bardot? Die meisten Klischees und Vorurteile über Franzosen seien lange überholt, meint Gruß. Es gebe allerdings Charakterzüge, die typisch seien – für beide Seiten. „Beim Auto und bei der Pünktlichkeit gibt es elementare Unterschiede“, sagt Valerie Rosenbaum: „Das Auto ist in Deutschland ein Statussymbol, in Franzreich nicht. Dort hat jedes Auto Kratzer und Beulen.“ Stoßstangen seien eben immer noch die beste Einparkhilfe. Und von der „preußischen Pünktlichkeit“ seien die Nachbarn weit entfernt. „Hat man eine Einladung, dann darf man erst 15 bis 30 Minuten nach der verabredeten Zeit klingeln“, sagt Rosenbaum.

Zur Tour gehen beide nach Büderich. Aber nicht in erster Linie, um das Rennen zu sehen. „Die Fahrer rauschen in Sekundenschnelle an einem vorbei. Es geht uns eher darum, ein bisschen von dem Lebensgefühl einzuatmen.“

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