Politiker lehnen eine Erhöhung der erlaubten Flugbewegungen am Airport in Düsseldorf kategorisch ab.

„Unerträglichen Lärm“ über ihren Köpfen beklagen auch die Lanker.
„Unerträglichen Lärm“ über ihren Köpfen beklagen auch die Lanker.

„Unerträglichen Lärm“ über ihren Köpfen beklagen auch die Lanker.

Ingel

„Unerträglichen Lärm“ über ihren Köpfen beklagen auch die Lanker.

Meerbusch. Einstimmig lehnt der Rat eine Kapazitätserweiterung des Flughafens ab. Ein entsprechender Antrag auf Planfeststellung soll erst 2014 gestellt werden, doch jetzt kam schon ein klares Nein aus Meerbusch.

„Das ist nicht hinnehmbar“, sagt Bürgermeister Dieter Spindler. Die Erhöhung der erlaubten Flugbewegungen von 45 auf 60 pro Stunde würde für Meerbusch eine enorme Belastung darstellen.

Folgenschwer sei auch, wenn eine anderer Vorschlag des Flughafens genehmigt würde: Im Angerlandvergleich sei die Nordbahn als Ersatzbahn definiert.

In Spitzenzeiten dürfe bis zu 50 Prozent des Flugbetriebs darüber abgewickelt werden. Zurzeit müsse der Flughafen den Bedarf wöchentlich anmelden. Meldungen will er künftig aber im Jahresrhythmus machen.

Spindler dazu: „Dann wird auch die Begrenzung auf eine 50-prozentige Nutzung aufs Jahr gerechnet, und es gehört nicht viel Fantasie dazu, um zu sagen, wann die zweite Bahn mehr genutzt wird.“ Gerade in den verkehrsreichsten sechs Monaten, zwischen Mai und Oktober, wenn viele Menschen sich draußen aufhielten, würde die Belastung deutlich stärker.

Alle Ratsmitglieder sind gegen die Kapazitätserweiterung

Den Beschluss gegen die Kapazitätserweiterung tragen alle Ratsmitglieder. „Eine weitere Belastung der Meerbuscher durch zusätzlichen Flugverkehr ist nicht hinnehmbar“, so Spindler.

Dem Versuch, den Angerlandvergleich auszuhebeln, müsse man „deutlich entgegentreten“ (Werner Damblon, CDU), und Jürgen Peters (Grüne) sagt: „Es ist total nervig, dass wir uns immer wieder gegen den Flughafen wehren müssen.“

Ein Anwohner der Webergasse in Lank beschreibt die aktuelle Situation in der Einwohnerstunde drastisch: Der Fluglärm sei unerträglich, Flughöhen würden nicht eingehalten, die Luft brodele.

Zwischen den Häusern an der Webergasse 20 bis 45 sei offenbar die Haupteinflugschneise. „Ein technischer Fehler, und die Flieger sind nicht über, sondern in Lank.“ Die Flugrouten müssten verlegt, eine Messstelle dort aufgestellt werden, wo der Lärm entstehe.

Die Hoffnung, die Flugroute vom bewohnten Gebiet weg über freies Feld zu legen, dämpft Spindler: „Das werden wir nicht ändern können.“ Dass Flugrouten nicht eingehalten würden, geschehe sehr selten. „Die Korridore sind sehr breit.“

Er werde die Anregung aber in die Fluglärmkommission mitnehmen. „Ich habe mich von der Vorstellung verabschiedet, dass wir eine Route finden, mit der alle zufrieden sind“, so Spindler.

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