Jeden Tag werden in Wäldern und Wiesen um Meerbusch Tiere von Hunden getötet. Der Jagdverband fordert Halter zur Vorsicht auf.

Hasen, Kaninchen, Vögel und sogar Rehe werden häufig von Hunden gerissen.
Hasen, Kaninchen, Vögel und sogar Rehe werden häufig von Hunden gerissen.

Hasen, Kaninchen, Vögel und sogar Rehe werden häufig von Hunden gerissen.

ZEFA

Hasen, Kaninchen, Vögel und sogar Rehe werden häufig von Hunden gerissen.

Zum natürlichen Instinkt eines jeden Hundes gehört sein Jagdtrieb. Dieser äußert sich beispielsweise darin, dass Hunde den von ihren Haltern geworfenen Stöckchen hinterrennen – aber auch darin, dass immer wieder Hasen, Kaninchen, Vögel und sogar Rehe von Hunden gerissen werden. In der Meerbuscher Umgebung kommt das täglich vor, wie der Jagdaufseher Jörg von Deylen vom Hegering Meerbusch berichtet. Der Jagdverband fordert die Hundehalter deshalb jetzt auf, aufmerksamer zu sein und beim Spaziergang durch Wald und Feld die Aktivität der Hunde immer im Blick zu behalten.

„Die Wildtiere sind momentan besonders gefährdet“, erläutert von Deylen. „Das liegt am sogenannten Ernteschock, der ihnen wichtige Zufluchtsorte genommen hat.“ Durch den Abschluss der Ernte liegen viele Getreidefelder brach, die den Tieren zuvor ein sicherer Rückzugsort waren. Deshalb ziehen sie sich momentan oft in kleine Feldgehölze oder Hecken zurück – und sind dort leichter für freilaufende Hunde aufzuspüren.

Besonders rund um den Rheindamm finden von Deylen und seine Kollegen momentan regelmäßig von Hunden gerissene Wildtiere. „Viele Halter bekommen entweder gar nicht mit, was ihr Hund in der Natur riecht, spürt und macht“, berichtet von Deylen, „oder sie wissen hinterher nicht, wie sie damit umgehen sollen und lassen das tote Wildtier einfach liegen.“ Dabei machen sie sich mit ihrem Verhalten strafbar. Wilderei ist in Deutschland eine Straftat und kann mit Geldbußen oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden. „Viele Leute, die ein totes Tier finden, rufen zuerst uns an“, sagt von Deylen, „das ist zwar gut – zuvor sollte aber immer die Polizei informiert werden.“ Die könne dann nämlich die Ermittlungen aufnehmen, während der Jagdverband zwar die Fälle sammele und die Tierkadaver entsorge, aber nicht aktiv zur Strafverfolgung beitragen könne.

„Vielen ist ein totes Tier dann leider einfach egal.“

Jörg von Deylen, Jagdaufseher

Der Jagdaufseher berichtet zudem, dass die Wilderei in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Offizielle Statistiken gibt es dazu allerdings nicht – bei der Polizei wird lediglich eine Auflistung aller Verstöße gegen das Tierrecht geführt, nicht aber explizit zu Fällen von Wilderei. Auch das Ordnungsamt, das im Falle einer nur versuchten Wilderei, die keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit darstellt, hat keine Statistik dazu.

Von Deylen erklärt die von ihm in den vergangenen Jahren beobachtete Zunahme der Wilderei-Fälle einerseits mit der höheren Bevölkerungsdichte in Meerbusch und weist andererseits auf die sich verändernde Landschaft hin. „Die Tiere haben weniger Rückzugsräume als früher“, sagt er.

Deshalb fordert der Meerbuscher Hegering die Hundehalter in der Umgebung dazu auf, auf Spaziergängen in Wald und Flur vorsichtiger zu sein. Zudem wünscht sich von Deylen mehr Respekt vor den Wildtieren: „Vielen ist ein totes Tier dann leider auch einfach egal.“ Außerdem solle jeder Spaziergänger bei verdächtigen Beobachtungen oder einem Wildtierfund die Polizei und die Jagdaufsicht rufen. Besonders die Hundehalter müssten aber vorsichtig sein: „Man sollte seinen Hund immer im Auge haben“, rät Jörg von Deylen. „Und darauf achten, was er im Gebüsch macht – und gegebenenfalls auch dazwischengehen!“

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