Der Meerbuscher Andreas Verweyen hat Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt jetzt.

Der Meerbuscher Andreas Verweyen hat Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt jetzt.
Andreas Verweyen mit „Fira“, die am Montag vermutlich Opfer eines Giftköders wurde.

Andreas Verweyen mit „Fira“, die am Montag vermutlich Opfer eines Giftköders wurde.

Andreas Verweyen

Andreas Verweyen mit „Fira“, die am Montag vermutlich Opfer eines Giftköders wurde.

Am Montagmorgen war Andreas Verweyen für einen Spaziergang mit seiner Hündin Fira in Richtung Gut Dyckhof gelaufen. Er hatte die Hündin von der Leine gelassen und auf einer Wiese an einem Wildgehege streunen lassen. „Dort stand sie für zwei, drei Minuten. Ich habe nicht genau gesehen, was sie dort gemacht hat. Aber ich vermute, dass Fira dort einen Giftköder gefressen hat“, sagt Verweyen. Denn wenige Stunden war Fira tot.

Weiterer verdächtiger Fund am Wasserturm in Lank

Schon auf dem Rückweg habe die Hündin Anzeichen einer Vergiftung gezeigt, beim Tierarzt sei sie dann schließlich gestorben – weniger als eine Stunde, nachdem die Hündin vermutlich den Köder gefressen hatte. „Es ging so schnell, da konnten die Ärzte ihr nicht mehr helfen.“ Darum vermutet Andreas Verweyen auch, dass es ein starkes Gift gewesen sein muss, das seine Hündin getötet hat. „Es war ein Nerventoxin, das sah man an den Symptomen, die sie hatte“, ist er sich sicher. Die Polizei hingegen ist vorsichtig. „Es ist noch nicht sicher, ob es sich um Gift handelt, aber der Verdacht liegt nahe“, sagt Polizeisprecherin Daniela Dässel. „Sollten sich die Hinweise konkretisieren, wird das Ordnungsamt ermitteln“, bestätigt die Stadt.

Weitere aktuelle Fälle von Giftködern in dieser Gegend sind bisher nicht bekannt. Anwohner berichten, dass auch in der Nähe des Café Schwarz an der Niederdonker Straße ein Giftköder gefunden worden sei. Das konnte die Polizei aber nicht bestätigen. Einen weiteren Verdacht gibt es hingegen am Wasserturm in Lank: Dort hatten Anwohner Wurst-Reste gefunden und das Fleisch bei der Polizei abgegeben. Der mögliche Köder sei an das Kreisveterinäramt weitergegeben worden und soll dort untersucht werden, sagt Dässel.

Verweyen hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet, erhofft sich aber keine Erfolge von den Ermittlungen. „Die Aufklärungsquote bei Giftködern ist gering“, sagt er aus Erfahrung mit vergangenen Fällen. Darum macht sich Verweyen nun auch selbst auf den Weg und sucht nach Spuren des Giftköders auf der Wiese an dem Wildgehege. „Das ist für mich auch eine Art der Trauerbewältigung.“

Schon in der Vergangenheit gab es in Meerbusch ähnliche Fälle. 2008 und 2009 waren mehrere Hunde am Hülsenbuschweg vergiftet worden, 2015 ist ein Hund wegen eines Giftköders auf der Böhlerwiese in Büderich gestorben. Aber es sind nicht immer Giftköder: In demselben Jahr wurden im Hallenbadpark außerdem mit Nägeln gespickte Wurststücke entdeckt. Wer seinen Hund vor solchen Ködern schützen will, sollte um Gebiete, für die es Warnhinweise gibt, am besten einen weiten Bogen machen. Auch Andreas Verweyen warnt die Hundebesitzer eindringlich: „Man sollte die Gegend um den Hülsenbuschweg, Eisenbrand und Am Dyckhof im Moment unbedingt umgehen oder den Hund an die Leine nehmen.“

Aber auch anderswo können – zumindest theoretisch – Giftköder liegen. Um ihren Vierbeiner zu schützen, sollten Hundebesitzer beim Gassigehen am besten einen Leckerbissen immer griffbereit in der Tasche haben. So wird vermieden, dass der Hund sich auf Futtersuche begibt.

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