Interkulturelle Woche endet mit der Verlegung eines Symbols für Toleranz.

Integration zum Anfassen: Das Symbol wird vom Kirchturm zur Plakatwand gerollt.
Integration zum Anfassen: Das Symbol wird vom Kirchturm zur Plakatwand gerollt.

Integration zum Anfassen: Das Symbol wird vom Kirchturm zur Plakatwand gerollt.

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Integration zum Anfassen: Das Symbol wird vom Kirchturm zur Plakatwand gerollt.

Büderich. Er steht für Gleichberechtigung und Toleranz: Der Engel der Kulturen hat am Sonntag den Weg zurück nach Büderich gefunden. Bereits 2008 feierte er seine Premiere auf der Plakatwand gegen Ausländerfeindlichkeit auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz. Am Sonntag um 14 Uhr wurde das Symbol von den Künstlern Gregor Merten und Carmen Dietrich dort in den Asphalt eingelassen.

„Der Engel der Kulturen ist ein wichtiges Signal, das wir in Meerbusch setzen wollen. Darauf wollen wir aufbauen und neue Ideen für das interkulturelle Verständnis entwickeln“, erklärt die Kulturdezernentin Angelika Mielke-Westerlage.

Denn nicht nur Mielke-Westerlage sieht Nachholbedarf im Bereich des Miteinanders der über 50 verschiedenen Kulturen, die derzeit in Meerbusch vertreten sind. In dem Annäherungsprozess ist die vom Integrationsrat initiierte Interkulturelle Woche ein wichtiger Baustein.

In persischen Teezeremonien, bei internationalen Spielen und in Märchenstunden wurde das Thema Integration aufgegriffen. „Wir sind sehr zufrieden mit unserer ersten Interkulturellen Woche. Die Veranstaltungen waren alle sehr gut besucht“, betont Hayrettin Polat, der Vorsitzende des Integrationsrats.

Mit dem Kunstprojekt Engel der Kulturen als Höhepunkt wurde die Aktionswoche am Sonntag beendet. Über 200 Meerbuscher begleiteten den aus Kreuz, Davidstern und Halbmondsichel gebildeten Engel, der vom Alten Kirchturm über die Dorfstraße zum Dr.-Franz-Schütz-Platz gerollt wurde. Der Meerbuscher Frauenchor und Kinder der städtischen Kita Sonnengarten untermalten das Ereignis musikalisch.

Entsprechend der im Engel dargestellten Religionen unterstrichen der evangelische Pfarrer Wilfried Pahlke, der Theologe Bekir Ezer von der Türkisch-Islamischen Union, der Rabbiner Yitzhak Mendel Wagner und Christa Köther vom Geistigen Rat der Ba’hai die religiöse Dimension der Kunstaktion und zitierten Engelspsalmen aus allen vier Glaubensrichtungen. Die Vertreter der katholischen Kirche in Meerbusch waren am Sonntag  nicht zugegen.

Gemäß der Tradition des Engels der Kulturen wird in jeder Stadt bereits der Engel hergestellt, der am nächsten Zielort verlegt wird. Für die Stadt Papenburg in Niedersachsen brannten Schüler aus dem Kunstkurs des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums (SMG) Strümp den Engel aus einer massiven Stahlplatte heraus.

Integration als Unterrichtsthema

Kursleiterin Eva Hußmann war es ein besonderes Anliegen gewesen, die Idee des Engels der Kulturen im Unterricht zu behandeln. „Integration ist ein wichtiges Thema, das in Meerbusch wegen der wenigen ausländischen Mitbürger viel zu oft vernachlässigt wird“, sagt Hußmann. „Auch bei uns gibt es kaum ausländische Schüler. Aber ich möchte meine Schüler darauf vorbereiten, offen an das Thema heranzugehen.“ Mit eigens gefertigten Kultursteinen hat sich der Kurs an der Interkulturellen Woche beteiligt.

Der Integrationsrat will, beflügelt von vielen positiven Rückmeldungen, weiterhin den Dialog der Kulturen fördern. So ist bereits geplant, die Interkulturelle Woche auf ähnliche Weise im nächsten Jahr zu wiederholen.

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