Horst Klemt veröffentlicht Broschüre über St. Nikolaus.

Horst Klemt hat sich intensiv mit der Geschichte der Kirche St. Nikolaus beschäftigt.
Horst Klemt hat sich intensiv mit der Geschichte der Kirche St. Nikolaus beschäftigt.

Horst Klemt hat sich intensiv mit der Geschichte der Kirche St. Nikolaus beschäftigt.

Kirchholtes

Horst Klemt hat sich intensiv mit der Geschichte der Kirche St. Nikolaus beschäftigt.

Osterath. Seit 1991 stöbert Horst Klemt in den Archiven von St. Nikolaus. Das Hinterzimmer des Osterather Pfarrhauses ist quasi die zweite Heimat des pensionierten Religionslehrers geworden. Hier ruhen die alten Dokumente der Pfarrei, die er fein säuberlich in fadengebundenen Akten gesammelt oder in säurefreiem Papier verpackt hat.

In zwei Findbüchern hat er sie übersichtlich dokumentiert, so dass Besucher, die auf Spurensuche nach Vorfahren oder geschichtlichen Ereignissen sind, schnell fündig werden.

 

Dennoch war selbst Klemt überrascht, was die Recherche des evangelischen Pfarrers Falk Neefken im Archiv zu Tage förderte: den seit langem als verschollen geltenden Grundrissplan der alten Kirche St. Nikolaus auf handgeschöpftem Papier. Darauf vermerkt sind auch die Namen der auf dem Kirchhof Begrabenen. Kurz darauf fanden die beiden auch noch den Plan für den neuen Friedhof zwischen Krefelder und Strümper Straße, wohin viele der Gebeine und Grabkreuze später umgelagert wurden.

Heute erinnert nur noch ein Hochkreuz inmitten einer kleinen Grünanlage an ihren ehemaligen Zweck.

„Die Funde brachten mich auf die Idee, nach weiteren Unterlagen zur alten Kirche zu suchen und daraus ein Buch zu machen“, erzählt der 85-Jährige. Es gibt den Lesern die Möglichkeit, sich auf eine Zeitreise vom 12. Jahrhundert bis 1855 zu machen. Es ist das Jahr, in dem die alte Kirche verkauft und abgerissen wurde. Die kurzweilige Broschüre beleuchtet auch zwei wichtige Persönlichkeiten der Osterather Kirchengeschichte näher: Gerhard Vynhoven und Barbara Gerretz, die „Wohltäterin der Armen“. Sie starb 1807 im Gebäude der heutigen Gaststätte Zur Taube und hinterließ ihr gesamtes Vermögen der Kirche.

Vynhoven war ab 1632 zehn Jahre Pfarrer in St. Nikolaus und erlebte die Brandschatzung des Orts im 30-jährigen Krieg. Er selbst versteckte sich im Kirchturm und seilte sich später an dem neuen Glockenseil ab. Danach wurde er Feldkaplan des Reitergenerals Jan van Werth und errichtete die Kapelle Klein-Jerusalem mit Nachbildungen der Begräbnis- und Geburtsstätte Jesu, die er selbst auf einer langen Pilgerfahrt gesehen hatte. Nicht zuletzt erfahren Klemts Leser, dass sich am Galgenweg tatsächlich eine Hinrichtungsstätte befand und der Delinquent in der dortigen Mühle seine Henkersmahlzeit bekam.

» Am Sonntag, 14. Juli, bietet Horst Klemt sein Heft „Die Osterather Pfarrkirche St. Nikolaus“ nach dem Gottesdienst vor der Kirche an.

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