Gelungene Premiere: Die erste Info-Börse für ältere Menschen war gut besucht.

wza_1500x905_763440.jpeg
Karl Niemann lässt die Zuhörer an seinen Wohn-Visionen im Alter teilhaben.

Karl Niemann lässt die Zuhörer an seinen Wohn-Visionen im Alter teilhaben.

Ingel

Karl Niemann lässt die Zuhörer an seinen Wohn-Visionen im Alter teilhaben.

Meerbusch. Untermalt von klassischer Musik schlenderte am Sonntag den ganzen Tag über eine erstaunlich große Anzahl an Besuchern an den 15 Ständen der Info-Börse "Leben und Wohnen im Alter" im Foyer des Meerbusch-Gymnasiums in Strümp vorbei. Es war die erste Senioren-Messe dieser Art in Meerbusch, und sie kann durchaus als Erfolg gewertet werden.

Vor allem viele der Vorträge waren gut besucht. Als Karl Niemann, Initiator des Allpha-60-Sympathiekreises, im Stile eines Pädagogen zum Beispiel seine Lebens- und Wohn-Visionen "für später" vorstellte, reichten die Stühle nicht aus für die Interessenten.

Keine fühlt sich älter, als er tatsächlich ist

Die Zuhörer gingen auf das Frage-und-Antwort-Spiel des Düsseldorfers ein und enthielten sich dabei auch nicht spitzfindiger Kommentare. Als Niemann erklärte, die Immobilienfirmen hätten inzwischen den Trend erkannt, auch für ältere Menschen zu bauen, rief eine Frau dazwischen: "Nur in Meerbusch nicht." Als Niemann fragte, wer sich denn im Raum älter fühle, als er tatsächlich sei, blieben hingegen alle Finger unten.

Das konnte Sozialdezernentin Angelika Mielke-Westerlage nur bestätigen, denn der von der Feuerwehr angebotene Shuttle-Service für wenig mobile Senioren wurde nicht genutzt. Nur zwei hätten angerufen, die habe man auch mit einem normalen Pkw zum Gymnasium fahren können.

Doch der Tag, an dem Senioren nicht mehr so ohne weiteres dazu in der Lage sind, zum Beispiel Treppen zu steigen, dürfte auch vielen Besuchern der gestrigen InfoBörse noch bevorstehen. Und dann kann sich jeder glücklich schätzen, der in einem barrierefreien Haus wohnt. Aber davon gibt es immer noch viel zu wenige, erklärt Architekt Frank Opper, einziger durch die IHK vereidigter Sachverständiger für barrierefreies Bauen in NRW. "Viele Senioren wohnen in Häusern aus den 60er oder 70er Jahren, können aber nur noch einen Bruchteil der ihnen zur Verfügung stehenden Wohnfläche nutzen, weil sie die oberen Etagen gar nicht mehr erreichen", sagt der Kaarster.

Vorausschauend Bauen und nicht die Zukunft ausblenden

Noch heute würden viele Menschen beim Bauen nicht an später denken. "Dabei liegt es teilweise auf der Hand: Wenn man 40 Jahre alt ist und ein Finanzplan 30 Jahre läuft, kann man sich ausmalen, dass der Tag kommen wird, an dem barrierefreies Wohnen aktuell wird."

An ein noch fitteres Klientel richtete sich das Angebot des TuS Bösinghoven. Simone Rudolph und Roswitha Weigmann versuchten gestern, den Besuchern einige Kurse des Vereins schmackhaft zu machen - von Rückentraining bis Gesellschaftstanz. Wobei viele Kurse altersmäßig eher durchmischt seien, betont Rudolph: "Dabei können auch die Jüngeren von den Älteren profitieren. Etwa beim Tanzen, wenn es um die Selbstverständlichkeit der Bewegungen geht."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer