Die Sorte Lotumer Surre wurde Jahrzehnte lang in Lank-Latum angebaut – und dann vergessen.

Die Sorte Lotumer Surre wurde Jahrzehnte lang in Lank-Latum angebaut – und dann vergessen.
Karl-Heinz Raven (Stadt Meerbusch) mit Karl-Heinz Thelen und Franz-Josef Jürgens beide vom Heimatkreis Lank.

Karl-Heinz Raven (Stadt Meerbusch) mit Karl-Heinz Thelen und Franz-Josef Jürgens beide vom Heimatkreis Lank.

Heimatkreis Lank

Karl-Heinz Raven (Stadt Meerbusch) mit Karl-Heinz Thelen und Franz-Josef Jürgens beide vom Heimatkreis Lank.

Lotumer Sure oder Lotemer Suure? Die Schreibweise der alten Kirschsorte, die früher rund um Lank-Latum angebaut wurde, ist nicht eindeutig. Belegt ist aber, dass sie bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts an Händler, Gaststätten und Konditoren wagenweise geliefert wurde. Nicht belegt, aber eine nette Geschichte ist die ihrer Herkunft: Peter Weyers, früher mal Bürgermeister in Lank, soll erzählt haben, dass ein Latumer Soldat namens Haverkamp die Kirschsorte nach dem Krieg 1871 aus Frankreich nach Latum brachte, wo sie sich schnell verbreitete.

14 Bäume der Lotumer Sure stehen nun im Lanker Bürgerwäldchen

Die Abnehmer und deren Kunden waren der Meinung, dass es für Pfannkuchen und für „Keeschetat“ keine bessere Kirschsorte gab. Und dennoch wäre sie heute verschwunden, wenn sich nicht Heimat- und Naturfreunde an die alten Obstsorten erinnert hätten und versuchen, sie nachzuzüchten.

Gerade hat der Heimatkreis Lank aus einer Nachzucht, die aus Reisern des Latumers Karl-Heinz Spennes von der Baumschule Schubert gezogen wurde, 14 Bäume der Lotumer Sure gekauft und sie im Lanker Bürgerwäldchen als Ersatzpflanzung sowie bei Mitgliedern des Vereins im Garten gepflanzt. Besonders Karl-Heinz Thelen, Leiter der Werkgruppe des Heimatkreises Lank, kümmert sich um den Erhalt der alten Obstsorte und wirbt um weitere Nachahmer, damit demnächst wieder viele Bürger den leckeren Kirschkuchen aus Lank-Latum essen können.

Auch beim Mundartstammtisch war die Lotumer Sure schon Thema. Der ehemalige Leiter Karl Münks erzählte damals, dass die Lotumer Sure aus einer Wildkirsche gezogen wurde. Sie sei hell- bis mittelrot, das Fruchtfleisch sei gelblich. Der Baum werde vier Meter hoch, seine Blätter seien von dunklerem Grün als normale Kirschbäume. Früher hätte sich mancher Landwirt durch den Verkauf der Kirsche „den Rücken gerade gemacht“.

Das wird heute sicher nicht mehr geschehen, aber wenn der Geschmack hält, was seine Fans versprechen, könnte demnächst in Meerbuscher Cafés wieder der echte „Keeschetat“ auf der Karte stehen. Man kann die Kirsche aber auch in Bronze gegossen genießen. Sie ist Bestandteil des Brunnens auf dem Alten Markt in Lank-Latum, den der Bildhauer Michael Franke entworfen hat. Dieser ist mit dem Spruch versehen: „Länkter Buure, Lotumer Suure, Wejter die luure, Vrollet die knuure“ (Lanker Bauern, Latumer saure Kirschen, Weiber, die schauen, Frauen, die meckern).

Rezept

Kirschkuchen mit frischen oder eingemachten Lotumer Suren für etwa 12 Portionen:

800 g Lotumer Sure

1 Zitrone

1 Vanilleschote

125 g weiche Butter

125 g brauner Zucker

1 Prise Salz

3 große Eier

200g Weizenmehl Type 1050

1 Messerspitze Backpulver

Fett für die Form

Puderzucker

Zubereitung

Zunächst müssen die Kirschen gewaschen und entkernt werden. Anschließend werden die Zitrone gewaschen, trockengerieben, halbiert und beide Hälften ausgepresst. Dann die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Den Backofen auf 180°C vorheizen und die Springform einfetten. Butter, Zucker, Vanillemark, Salz, Zitronenschale und -saft werden in einer Schüssel schaumig schlagen. Anschließend werden die Eier, Mehl und Backpulver nacheinander untergerührt.

Zum Schluss die Form ausfetten. Den Teig darin glatt streichen und die Kirschen darauf verteilen. Den Kuchen im Ofen etwa 50 Minuten backen. Mit Puderzucker bestreuen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer