In der vierten Klasse der Pastor-Jacobs-Schule werden Kinder an Naturwissenschaften herangeführt.

BegabtenFörderung
Pia (l., neun Jahre) und Melina (acht) sind in ein Experiment vertieft.

Pia (l., neun Jahre) und Melina (acht) sind in ein Experiment vertieft.

Marc Ingel

Pia (l., neun Jahre) und Melina (acht) sind in ein Experiment vertieft.

Lank. Patrick kennt schon vor Beginn des Experiments das Ergebnis: „Ich habe da so eine Vermutung“, sagt der Neunjährige und stapelt damit ziemlich tief. Denn Patrick hat bereits in einer Fernsehsendung gesehen, dass normales Wasser schneller friert als Salzwasser. „Das macht auch Sinn, sonst würde man ja im Winter kein Salz auf die gefrorenen Straßen streuen“, erklärt der Grundschüler.

Patrick zählt zu den zehn Viertklässlern, die in der Pastor-Jacobs-Schule in Lank an dem Projekt „Kleine Forscher im Fokus“ mitwirken. An fünf Vormittagen führen die besonders an Naturwissenschaften interessierten und von den jeweiligen Klassenlehrern ausgewählten Kinder in jeweils einer Doppelstunde selbstständig Experimente durch, die Phänomene des Alltags widerspiegeln, erklärt Projektleiterin Margit Meiser, Dozentin für Hochbegabtenförderung am Science College in Overbach.

„Wie funktioniert ein Feuerlöscher, welche Voraussetzungen muss er mitbringen, und was ist der physikalische Hintergrund“, nennt die Studienrätin für Chemie und Biologie ein weiteres Beispiel. Ebenfalls in Lank geplant: Die Grundschüler untersuchen Säuren, Laugen, Basen, bringen Lebens- und Waschmittel von zu Hause mit, bestimmen den PH-Wert – und erfahren ganz nebenbei, was das überhaupt ist. „Die Augen werden groß, wenn sie herausfinden, dass sie sich genaugenommen mit Säure die Haare waschen“, erzählt Meiser.

Die Kinder sind neugierig und emsig bei der Sache

Die Kinder sind jedenfalls extrem neugierig, mitteilsam und emsig bei der Sache. Meiser ruft einen kleinen Wettstreit aus: Die Temperatur des Wassers soll mit Eiswürfeln so niedrig wie möglich gebracht werden, ohne dass es gefriert. Das Gewinner-Pärchen bringt es auf minus 13 Grad.

Meiser tourt aktuell durch die Schulen im Rhein-Kreis Neuss, jede kann sich für ihren Workshop bewerben. „Bis zur vierten Klasse kommen die Schüler kaum mit Naturwissenschaften in Berührung. Damit aber erst in den weiterführenden Schulen zu beginnen, ist eigentlich zu spät. Das beweist der Forscherdrang der Kinder hier“, sagt die Dozentin.

Damit die Ergebnisse der Experimente nicht sofort wieder in Vergessenheit geraten, führen die Grundschüler Laborjournale, in denen jede Versuchsanordnung dokumentiert wird. „Dann können sie theoretisch die Experimente zu Hause noch einmal durchspielen“, sagt Meiser.

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