Galeristin Angelika Kraft öffnet heute zum Weltwassertag die erste „Refill Station“ der Stadt.

Galeristin Angelika Kraft öffnet heute zum Weltwassertag die erste „Refill Station“ der Stadt.
Angelika Kraft spendiert jedem, der eine Flasche in ihre Galerie mitbringt, frisches Trinkwasser.

Angelika Kraft spendiert jedem, der eine Flasche in ihre Galerie mitbringt, frisches Trinkwasser.

hjb

Angelika Kraft spendiert jedem, der eine Flasche in ihre Galerie mitbringt, frisches Trinkwasser.

An den Türen und Fenstern ihrer Galerie an der Hauptstraße 20 in Lank-Latum hat Angelika Kraft blaue Aufkleber angebracht. „Refill Station“ steht darauf. Damit bietet die Künstlerin und Galeristin die erste Anlaufstelle in der Stadt, wo Menschen kostenfrei Trinkwasser aus dem Hahn in mitgebrachte Flaschen abfüllen können. Ab heute ist der Standort in Meerbusch auch auf der offiziellen Internetseite refill-deutschland.de registriert, so können unter anderem Ortsfremde die Station finden.

Als Wasserwirtschaftlerin liegt Kraft der Zustand der Gewässer am Herzen. Deshalb hat sie sich entschlossen, etwas für die Verminderung von Plastikmüll zu tun und hofft, dass auch andere sich aufgefordert fühlen, am Schutz der Umwelt mitzuwirken. „Das ist mein Beitrag zum Weltwassertag und gegen die Verunreinigung der Meere“, sagt sie.

Der Weltwassertag verweist auch auf die Verschmutzung der Meere

Tatsächlich ist der Zeitpunkt passend: Am heutigen Weltwassertag wird auf Empfehlung der UN seit 1992 auf der ganzen Welt das Thema Wasser in den Vordergrund gerückt. Dabei geht es neben der Versorgung mit Wasser auch um die Wasserverschmutzung in Städten und Weltmeeren. „Was hier durch achtlose Entsorgung von Plastik passiert, ist ziemlich katastrophal. Es gibt riesige Plastikmüllteppiche auf dem Meer, Tiere verenden und letztlich betrifft es auch den Menschen, da sich kleinste Partikel an Plastik in der Nahrungskette wiederfinden“, sagt Kraft.

Wie aber sieht es grundsätzlich in Meerbuschs Einzelhandel mit wieder verwertbarem Verpackungsmaterial aus? Beim Apfelparadies in Strümp ist man sich der Plastik-Problematik bewusst: „Wir haben umgerüstet, haben ein Papier entwickeln lassen, in das wir unsere Kuchen einpacken“, sagt Tanja Schumacher. „Außerdem gibt es für die Kunden dickwandige Kreuzbodenbeutel – umweltfreundlich und feuchtigkeitsfest – in zwei Größen.“ Allerdings gibt Schumacher zu, dass das Verkaufsteam beispielsweise beim Verpacken von frisch geerntetem und geschältem Spargel nicht um Plastik herumkommt: „Die Kunden müssten sonst ein Handtuch mitbringen.“

Ähnliche Probleme gibt es in der Büdericher Metzgerei Oleszynski. „Wir versuchen, so wenig Plastik wie möglich zu verwenden. Aber selbst wenn die frische Ware in mitgebrachte Dosen kommt, muss sie zuvor verpackt werden. Dazu nehmen wir Cellophan, als Alternative zu Plastik“, sagt Lutz Oleszynski.

Jürgen Peters, Vorsitz Ortsverband Meerbusch Bündis 90/Die Grünen erinnert: „Das ist kein neues Problem.“ Er sei erschrocken, dass erst jetzt eine Gegensteuerung beginnt. Er sagt aber auch: „Eigentlich sind Kunststoffe kein schlechtes Material. Aber wir gehen zu sorglos damit um.“ Er sieht auch die Politik gefordert.

Neben der Refill-Station hat sich Kraft noch etwas überlegt, um die Aufmerksamkeit auf die verschmutzten Meere zu lenken: Für Oktober plant die Meerbuscherin eine Fotoausstellung mit dem Titel „Meer-Hoffnung“.

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