29 Kinder singen und spielen vor der Kamera.

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Gespannt: Die Kandidatin Jette Keiter (9) lässt sich von Christina Beyerhaus ablichten.

Gespannt: Die Kandidatin Jette Keiter (9) lässt sich von Christina Beyerhaus ablichten.

Marc Ingel

Gespannt: Die Kandidatin Jette Keiter (9) lässt sich von Christina Beyerhaus ablichten.

Meerbusch. 29 Kinder fiebern im Kammermusiksaal der Musikschule ihrem kurzen Auftritt entgegen. „Mach dich einfach locker“, rät Christina Beyerhaus, die seit zehn Jahren die jungen Akteure für das neuste Ritter-Rost-Abenteuer auswählt, einem Mädchen. Auch der musikalische Kopf, Peter Koch, weiß, wie man aufgeregten Kindern ein entspannendes Lächeln entlockt. Nach einer Aufwärmrunde für die Juroren, mit Beyerhaus’ Tochter Isabell als Probandin, wird geflachst statt gefordert. Entsprechend locker verläuft das Vorsprechen.

29 Kinder haben sich angemeldet, 19 haben schon einmal auf der Bühne gestanden oder im Orchestergraben gespielt, Gesangs- und Instrumentalunterricht genossen oder einen Schauspielkurs absolviert. Trompeter, Klavierspieler, Geiger oder Sänger: Beim Casting werden stets sowohl Gesang als auch Spieltalent beurteilt.

In diesem Jahr nutzt Beyerhaus zur Beurteilung auch Videoaufnahmen. Die Kamera hemmt keinen der Aspiranten aus Meerbusch und Umgebung – selbst diejenigen nicht, die spontan vorbei kamen und kaum geprobt hatten. „Es sind so viele Talente und Gesichter“, sagt Peter Koch.

Die Liederwahl ist Geschmackssache

Die Aspiranten begeben sich schließlich zum Auftritt in „Singhaltung“. Ob sie einen Popsong oder ein Kirchenlied vortragen, ist nicht entscheiden. Manchmal hilft es, wenn der Papa am Klavier die Begleitung übernimmt, manchmal werden Familienmitglieder rigoros vor die Tür verbannt, bis es überstanden ist.

Im zweiten Durchgang spielt Christina Beyerhaus die potentiellen Darsteller an, souffliert bisweilen: Es geht familiär und freundlich zu. Anflügen von Aufregung begegnet Koch mit Aufklärung und erläutert, was dem psychosomatisch zugrunde liegt: Sympathikus, Parasympathikus – wer den Gegner kennt, kann sich ihm stellen.

Auch bei dem einwöchigen Workshop, diesmal in der Jugendherberge Velbert, herrscht bei den Proben Gelassenheit. „Die lernen wir von den Kindern neu“, sagt Christina Beyerhaus.

Welcher Kandidat als Darsteller und Musiker ausgewählt wird, entscheidet sich in wenigen Wochen. So lange müssen sich die Geigerin Mareike (12) mit der tollen Stimme, ihre Schwester Friederike (8), die Blockflötenspielerin mit Schauspieler-Talent, oder die neunjährige Hobbysängerin Jasmina gedulden. Und auch Ulrike mit der Bassstimme erfährt erst dann, ob sie ihre Traumrolle bekommt und den singenden Hut spielen darf.

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