In der Bilanz für das vergangene Jahr fallen 170 Einsätze weniger an als im Jahr 2014.

„Meerbusch wurde im vergangenen Jahr von starken Unwettern, wie zum Beispiel dem Pfingststurm Ela aus 2014, verschont“, so der Feuerwehr-Chef von Meerbusch, Herbert Derks, mit Blick auf die Bilanz. „Nicht die Quantität, sondern die Intensität der Einsätze ist das, was viel länger nachhält“, sagt er zu den größeren Einsätzen. „Beispielsweise der Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Moerser Straße im November mit einem Brandtoten oder der überaus tragische Straßenbahnunfall, bei dem Anfang Dezember ein junges Mädchen tödlich verletzt wurde, sind Einsätze, die länger in den Köpfen unserer Einsatzkräfte haften bleiben.“

Bei mehr als der Hälfte der Einsätze ging es um technische Hilfe

Zu den Personal und Material fordernden Einsätzen zählte der Unfall eines Sattelschleppers im Meerbuscher Kreuz, bei dem im Mai der Fahrer des Lkw ums Leben kam. 53 Prozent aller Alarmierungen waren Einsätze in technischer Hilfe. In nur 21 Prozent der Fälle brannte es, und fast jeder vierte Einsatz war ein Fehlalarm. Sehr selten kommen Havarien auf dem Rhein vor. Doch im August kam es mal wieder zu einem Unglück – glücklicherweise mit glimpflichem Ausgang. Ein Passagierschiff und ein Stückgutfrachter touchierten sich auf dem Rhein zwischen dem Fähranleger in Langst-Kierst und der Flughafenbrücke. Das Passagierschiff setzte die Fahrt in Richtung Düsseldorf fort, um dort weitere Rettungsmaßnahmen für die verletzten Passagiere besser durchführen zu können. Der Stückgutfrachter drehte sich auf dem Rhein und machte in Höhe Langst-Kierst stromaufwärts fest. Ihren letzten größeren Einsatz auf dem Rhein hatte die Feuerwehr Meerbusch bis dato vor 17 Jahren im Mai 1998, als zwei Schiffe in Höhe des Campingplatzes im Nebel zusammengestoßen waren.

„Nicht die Quantität, sondern die Intensität der Einsätze ist das, was viel länger nachhält.“

Herbert Derks, Chef der Feuerwehr

Zu den häufigsten Alarmierungsgründen der 99 Brandeinsätze zählten die Nachkontrolle nach einem ungewollten Feuer (21 Mal), Wohnungs-, Keller- oder Dachstuhlbrände (12 Mal), Gestrüpp- und Flächenbrände (11 Mal) sowie PKW-Brände (neun Mal). Zwei Lkw- beziehungsweise Busbrände zählten ebenso zu den größeren Brandereignissen.

Bei den 245 Technische-Hilfe-Einsätzen liegen Situationen mit in Not geratenen Personen und Ölspuren an der Spitze der Statistik. 43 Mal rückte die Feuerwehr als „Schlüsselnotdienst“ aus, um Wohnungstüren schnell für den Rettungsdienst zu öffnen. „Vielfach wurden dann hilflose oder verletzte Personen in den Wohnungen vorgefunden, denen die Feuerwehr auf diese Weise mit das Leben gerettet hat,“ so Derks.

Hauptamtliche Wache Osterath war am meisten gefordert

Das Einsatzgeschehen sah wie folgt aus: Rettung von Personen aus ihren Fahrzeugen nach einem Unfall (5), sonstige Verkehrsunfälle (32), Sturmeinsätze (28), Wasserschäden (12), Fehlalarme (120). Der Leiter der Feuerwehr sagt zu letzteren: „Mir ist es aber lieber, jemand wählt in guter Absicht einmal zu viel den Notruf 112, weil er der Meinung ist, ein anderer befindet sich in einer Notlage, als dass wir zu spät oder gar nicht zu einem Verletzten gerufen werden.“ Mit 296 Einsätzen waren die Mitarbeiter der hauptamtlichen Feuerwache in Osterath an den meisten Einsätzen beteiligt. Es folgten die Löschzüge Büderich (114), Osterath (103), Lank (99) und Strümp (48). Die Löschgruppe Langst-Kierst brachte es auf 28 Einsätze, die aus Nierst auf 22, die Löschgruppe Ossum-Bösinghoven rückte zu neun Einsätzen in die Umgebung aus.

Mit 87 Einsätzen ist der Dienstag der einsatzreichste Wochentag. Mittwochs wurde die Feuerwehr statistisch gesehen „nur“ 51 Mal gerufen. Die 464 Einsätze dauerten zusammen 388 Stunden (16 Tage) und forderten im Schnitt 14 Einsatzkräfte. Red

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