Der Dachstuhl des historischen Gebäudes ist in der Nacht zu Donnerstag komplett ausgebrannt.

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Die Flammen nagen in der Nacht zu Donnerstag an den hölzernen Dachbalken des historischen Gebäudes.

Die Flammen nagen in der Nacht zu Donnerstag an den hölzernen Dachbalken des historischen Gebäudes.

Dieter Staniek

Die Flammen nagen in der Nacht zu Donnerstag an den hölzernen Dachbalken des historischen Gebäudes.

Rhein-Kreis Neuss. Das Feuer muss sich in Sekundenschnelle ausgebreitet haben: Der Dachstuhl des Dycker Weinhauses in Jüchen wurde am späten Mittwochabend ein Raub der Flammen. Ein Mitarbeiter und ein Anwohner wurden durch Rauchgase leicht verletzt. Als Ursache für den Brand gilt ein technischer Defekt.

Knapp 15 Stunden später ist Geschäftsführer Michael Naß immer noch fassungslos. "Ich kann das noch gar nicht richtig einsortieren", sagt er. Er war unterwegs, hat bei seiner Rückkehr die Flammen aus dem Dach schlagen sehen. Da war die Feuerwehr bereits vor Ort.

Der Gastraum im Erdgeschoss ist am Donnerstagmorgen leergeräumt, schwere Möbel sind mit Plastikplanen zum Schutz vor der Nässe abgedeckt. "Das Löschwasser ist schlimmer als die Flammen", sagt Naß und blickt besorgt nach oben, wo sich an einem Balken immer wieder neue Tropfen bilden, die in einen bereit gestellten Eimer fallen. Ein Plakat im Eingang wirbt für eine Hochzeitsmesse im Januar. Ein Stockwerk darüber, im Festsaal, wirkt die Szene trostlos. Für eine Veranstaltung mit Hussen eingedeckte Tische und Stühle wurden von den Einsatzkräften achtlos zur Seite gerückt. Es stinkt beißend nach Brandrauch, der Boden ist mit Löschwasser bedeckt, auf das der Regen durch die Löcher in der Decke fällt. Das THW hat die Balken abgestützt. Vom Dachstuhl sind nur noch die Überreste der verkohlten Balken zu sehen. Das Dach des historischen Gebäudes war mit Strohpuppen abgedichtet. "Das hat den Brand noch beschleunigt", vermutet Naß.

Über den ganzen Dezember hinweg wäre das Dycker Weinhaus mit Weihnachtsfeiern und anderen Veranstaltungen gut ausgebucht gewesen. Naß blickt betreten zu Boden. "Ich muss jetzt sehen, dass ich die Gäste irgendwie umquartiere." Dabei kann er sich auf Kollegen aus dem Gastgewerbe stützen. Konkurrenz scheint es angesichts dieses Unglücks nicht zu geben. "Michael, wenn Du was brauchst, wir helfen Dir", versichert ihm der Betreiber eines nahen Restaurants.

Wie lange es dauern wird, bis das Dycker Weinhaus wieder seine Pforten öffnet-Michael Naß will erstmal gar nicht daran denken. "Das wird schon einige Monate in Anspruch nehmen." Er schweigt einen langen Augenblick, schüttelt den Kopf. "Plötzlich stehst du einfach vor dem Nichts."

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