Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage traf auf der Messe Expo Real in München den Investor.

Das Langster Fährhaus steht seit mehr als drei Jahren leer. Archiv
Das Langster Fährhaus steht seit mehr als drei Jahren leer. Archiv

Das Langster Fährhaus steht seit mehr als drei Jahren leer. Archiv

Ulli Dackweiler

Das Langster Fährhaus steht seit mehr als drei Jahren leer. Archiv

Interkommunale Gewerbegebiete sind wichtig, moderne Handwerkerhöfe als neue Adresse für Mittelständler eine gute Idee, die beste Nachricht, die Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage von der Immobilienmesse Expo Real mit nach Hause bringt, werden viele Meerbuscher aber an anderer Stelle ausmachen: Im Sommer kommenden Jahres soll nach mehr als drei Jahren Leerstand das traditionsreiche Langster Fährhaus wieder eröffnen.

Rechtliche Fragen verzögerten einen Neustart

„Das war ein Zufallstreffer“, sagt Mielke-Westerlage. Zufällig sei sie bei der Internationalen Gewerbe-Immobilienmesse in München dem Eigentümer des Rheinhotels Vier Jahreszeiten in Langst-Kierst über den Weg gelaufen. Eigentümer ist die Hogastar GmbH in Xanten mit Geschäftsführer Ulrich Gerstner. „Spätestens im Sommer kommenden Jahres“, so die Bürgermeisterin, „wollen die Eigentümer unter der Regie des Hotels die Traditionsgaststätte wieder eröffnen.“ Bis dahin soll der Gastraum saniert sein.

Gedacht ist, so Mielke-Westerlage, an eine klassische Restauration, nicht zu hochpreisig, mit Tagungsräumen und auch einem Biergarten. Die Eigentümer des Hotels strebten eine klare Trennung zwischen der Vier-Sterne-Herberge und der benachbarten Gaststätte an. In dem Traditionshaus an der Rheinfähre sollen Meerbuscher und Touristen einkehren und ein vergleichsweise günstiges Angebot vorfinden. Damit scheint das Fährhaus endlich wieder eine Zukunft zu haben. Die Wiedereröffnung hatte sich verzögert, weil die Eigentümer vor einem Neustart rechtliche Fragen im Zusammenhang mit früheren Pachtverträgen und Schadensersatzzahlungen klären wollten. Dabei soll es um Mietausfälle und Schäden in dem teils verwüsteten Lokal gegangen sein. Um im Wettbewerb mit Hotels in Düsseldorf mithalten zu können, war in der Vergangenheit sogar über einen Hubschrauberlandeplatz nachgedacht worden.

Neben dem Thema Fährhaus und der Suche nach Beispielen für interkommunale Gewerbegebiete, wie sie Meerbusch mit der Nachbarstadt Krefeld auf 150 Hektar plant, informierte sich die Bürgermeisterin auch über ein Konzept für Handwerkerhöfe. In Meerbusch, so Mielke-Westerlage, würden mehrere mittelständische Handwerksunternehmen gern expandieren oder einfach den Standort wechseln, teils auch, weil sie derzeit in Wohngebieten untergebracht seien. Auf der Expo Real informierte sich die Bürgermeisterin jetzt bei einem Projektentwickler, der seine Handwerkerhöfe in Modulbauweise errichtet, passgenau für Handwerker, die bestimmte Räume und Werkstätten suchen, verbunden auch mit dem Angebot, solche Objekte zu vermarkten und zu finanzieren, „Das Besondere dabei ist, dass einzelne Module von mehreren Unternehmen gemeinsam genutzt werden könnten, zum Beispiel der Verwaltungs- und Bürobetrieb“, sagt Mielke-Westerlage. Wo solche Handwerkerhöfe entstehen könnten, sei noch nicht geklärt, Möglichkeiten bestünden jedoch an mehreren Stellen im Stadtgebiet: „Das könnte ein interkommunales Gewerbegebiet sein, passen könnten aber auch Restflächen im Strümper Gewerbegebiet Bundenrott oder im Böhler-Erweiterungsgebiet.“

Bei der Expo Real, die heute in München zu Ende geht, war Meerbusch gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss als Teil der Standortgemeinschaft Niederrhein aufgetreten. Schwerpunkte waren unter anderem Logistikkonzepte, die Internationalität des Standortes und neue Initiativen für Wohnungsbau und Stadtentwicklung.

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