Erstmals steuerte das Schadstoffmobil am Freitag den neuen Wertstoffhof an.

Umwelt
Franz-Josef Paulitschek (l.) und Ludwig Schmidt dürfen bei der Mülltrennung keinen Fehler machen.

Franz-Josef Paulitschek (l.) und Ludwig Schmidt dürfen bei der Mülltrennung keinen Fehler machen.

Ingel

Franz-Josef Paulitschek (l.) und Ludwig Schmidt dürfen bei der Mülltrennung keinen Fehler machen.

Strümp. Ludwig Schmidt und Franz-Josef Paulitschek hatten am Freitag einen eher geruhsamen Arbeitstag. „Es muss sich wahrscheinlich erst mal herumsprechen, dass wir jetzt auch hier am Wertstoffhof mit dem Schadstoffmobil stehen“, sagt Schmidt.

Immer am zweiten Freitag (9 bis 16 Uhr) und am letzten Samstag im Monat (8 bis 14 Uhr) nimmt das Duo der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) an der Berta-Benz-Straße in Strümp das entgegen, was weder in den Hausmüll geworfen noch in den verschiedenen Containern des Wertstoffhofes entsorgt werden darf.

Die Termine in Lank, Osterath und Büderich wurden beibehalten, die in den Rheingemeinden entfallen dagegen. Sämtliche Infos sind auch im Umweltkalender enthalten, der an alle Haushalte verteilt wurde.

Die Liste der schadstoffhaltigen Abfälle ist lang: „Lösungsmittel, Farben, Lacke, Batterien, Säuren, Laugen und Pestizide“, zählt Schmidt nur die Stoffe auf, die besonders häufig abgegeben werden.

Aber auch alte Handys oder abgelaufene Feuerlöscher und Medikamente finden sich in den verschiedenen Behältern im Inneren ihres Gefährts, das Schmidt gerne als „unsere kleine Giftküche auf vier Rädern“ bezeichnet. Die Abgabe des Problemmülls ist kostenlos, so lange haushaltsübliche Mengen nicht überschritten werden.

Haben Schmidt und Paulitschek die Schadstoffe entgegengenommen, beginnt ihre eigentliche Aufgabe: das richtige Trennen. „Da muss man schon ein wenig Ahnung von Chemie haben, sonst macht es schnell mal Bums“, erläutert Schmidt. Er ist ausgebildeter Laborant und hat viele Jahre bei Bayer in Dormagen gearbeitet.

Als Profi-Entsorger hat man nie ausgelernt

Paulitschek ist von Beruf Entsorger. Ausgelernt habe man in dem Metier nie, sagt er. Ein Grundkurs „TRGS 520“ (Errichtung und Betrieb von Sammelstellen für Kleinmengen gefährlicher Abfälle) ist von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz ebenso vorgeschrieben wie ständige Nachschulungen für das Fahren eines Schadstoffmobils. „Das ist für uns hier ja täglich wie ein Mini-Gefahrguttransport“, gibt Paulitschek zu bedenken.

Auch die Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses sei notwendig. „Augen- oder Hautverätzungen können schnell mal nach einem kleineren Stolperer passieren. Zudem ist nie auszuschließen, dass giftige Dämpfe austreten“, erzählt Schmidt. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, haben die Entsorgungs-Experten in ihrem Mobil eine Notdusche. „Gebraucht haben wir die zum Glück aber noch nie“, sagt Schmidt.

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