Viele Eltern bringen Kinder mit Auto zum Unterricht. Dadurch entstehen gefährliche Situationen vor den Schulen.

Meerbusch. Vor den Grundschulen fährt in der Frühe ein Auto nach dem anderen vor. Selbst in zweiter und dritter Reihe halten Wagen kurz an. Auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich etwa wird mal eben schnell quergeparkt, um die Kinder mit Tornistern vor der Mauritiusschule aussteigen zu lassen. Kaum ist der Nachwuchs draußen, rollt das Auto wieder an. Vor allem, wenn das Wetter stürmisch ist und der Regen einem ins Gesicht peitscht, sollen Kinder per „Elterntaxi“ unmittelbar an der Schule abgesetzt werden.

Schulleiter plädieren, ein Stück des Schulwegs zu Fuß zu gehen

Doch dieser Bringdienst hat gleich zwei Haken: Sowohl für die Mädchen und Jungen, die aussteigen, als auch für die, die zu Fuß kommen, ist die Situation vor den Schulen unübersichtlich. Dies betont Mathias Schiffmann von der Landesverkehrswacht NRW. Wer nicht aufpasse, könne verletzt werden. Zudem bleibe bei Kindern, die von Mama oder Papa zum Unterricht gefahren werden, das Training, selbstständig den Schulweg zurückzulegen, auf der Strecke. Es gibt aber auch Fälle, da geht es nicht anders. Wenn etwa Familien mit ihren Kindern weit von der Schule entfernt wohnen und es keine Busverbindung gibt. „Die Frage ist aber, ob die Kinder wirklich unbedingt bis direkt vor das Tor gefahren werden müssen“, sagt Gabriele Zaum. Sie ist Leiterin der Mauritius-Schule. Auch sie hat beobachtet, dass es durch die Autos vor der Schule mitunter zu brenzligen Situationen kommt. Dabei könnte die Lage aus Sicht von Zaum entschärft werden. Etwa, indem die gebrachten Kinder einige hundert Meter vom Schulgebäude entfernt abgesetzt werden. „So können Kinder lernen, sich selbstständig auf den Straßen zurechtzufinden“, erklärt Zaum. Sie will das Thema bei der Schulpflegschaftssitzung am 10. Februar ansprechen. Anne Weddeling-Wolff, Leiterin der Martinus-Schule in Strümp, hält ebenfalls viel davon, wenn Kinder möglichst selbstständig und in einer Gruppe von Gleichaltrigen zum Unterricht kommen. „Die Schüler unternehmen so wichtige Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit“, sagt sie. Zudem bewegen sie sich noch vor Schulbeginn an der frischen Luft. „Das fördert die Konzentrationsfähigkeit für den Unterricht“, sagt sie.

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