Beim Check-in-Tag werben Unternehmen um Auszubildende.

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Oft sind es die Auszubildenden selbst, die Schülern Auskunft darüber geben, was sie in dem Beruf erwartet.

Oft sind es die Auszubildenden selbst, die Schülern Auskunft darüber geben, was sie in dem Beruf erwartet.

Ingel

Oft sind es die Auszubildenden selbst, die Schülern Auskunft darüber geben, was sie in dem Beruf erwartet.

Rhein-Kreis Neuss/Meerbusch. Die Organisatoren feiern es als Erfolgsmodell: Zwischen dem 23. und 26. Juni werden zum fünften Mal Unternehmen in der Region ihre Türen öffnen, um Jugendlichen der Stufen acht bis 13 Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zu zeigen. „Check in“ heißt das Projekt, an dem sich Arbeitgeber in Krefeld und Mönchengladbach sowie in den Kreisen Neuss und Viersen beteiligen.

258 waren es im vergangenen Jahr, und die Tendenz ist seit Beginn steigend, wie Organisator Thomas Feldges zufrieden feststellt. 5000 Jugendliche hätten den Check-in-Tag zuletzt genutzt, an dem sich die Hochschulen mit ihrem dualen Ausbildungszweig ebenso wie die Arbeitsagentur, Handwerkskammer und IHK beteiligen.

Interesse und Leidenschaft sind wichtiger als Zeugnis

Bis zum 31. März gilt es nun, Unternehmer zu finden, die Ausbildungsberufe vorstellen wollen. Vor allem Handwerker tun sich schwer, die Türen für neugierige Schüler zu öffnen. „In meinem Betrieb ist außer einem Schreibtisch und einer Werkbank nichts zu sehen. Mein Arbeitsplatz ist fast ausschließlich beim Kunden“, erläutert Kreishandwerksmeister Rolf Meurer das Problem. Deshalb sei der Rundgang durch manche Betriebe für Außenstehende „nicht so spannend“. Trotzdem müsse man für ihre rund 130 Ausbildungsberufe im Handwerk werben.

„Es ist schwer, geeignete Auszubildende zu finden“, sagt Meurer. Die Anforderungen seien hoch, und gerade im elektronischen Bereich sei das Entwicklungstempo rasant. „Viele Dinge, die heute selbstverständlich sind, standen in meiner Zeit nicht einmal im Duden.“ Ungeachtet dieser Herausforderung betont Klaus Koralewski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, dass jeder willkommen ist, der Interesse mitbringt. Engagement und Spaß würden manche schlechte Note ausgleichen. „Zeugnisse allein sagen nichts aus.“

Frühzeitige Orientierung ist unverzichtbar

Ob Lehre, Studium oder duale Ausbildung: Die frühzeitige Orientierung sei wichtig. Auch deshalb setze der Check-in-Tag in Klasse acht an. Bis zum Schulabschluss sei genügend Zeit, seine Neigungen zu entdecken, zudem könne man die Fächerwahl auf den künftigen Berufswunsch ausrichten, betonen Ingo Zielonkowsky (Agentur für Arbeit) und Meurer.

Melanie Nickel, Mediengestalterin in der Ausbildung, tritt als überzeugende Werbefigur auf. Freiwillige Praktika während der Schulzeit hatten ihr gezeigt, dass Mediengestaltung ihr Fachgebiet sein könnte. Beim Check in 2011 hat sie drei Unternehmen gezielt besucht, mit Geschäftsführern ebenso wie mit Azubis gesprochen – und einen so guten Eindruck hinterlassen, dass sie die Lehrstelle bekam. Natürlich hätten ihr die Schulpraktika nicht immer Spaß gemacht, „aber jetzt weiß ich, wofür sie gut waren.“

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