Peter Koch suchte diesmal Akteure für „Ritter Rost macht Urlaub“. Die Auswahl an Kandidaten wird immer kleiner.

Peter Koch suchte diesmal Akteure für „Ritter Rost macht Urlaub“. Die Auswahl an Kandidaten wird immer kleiner.
Peter Koch, musikalischer Leiter des Musicals, Regisseurin Silke Terwani, Carolin Kraemer und Falk Schlüter proben Lieder aus „Ritter Rost macht Urlaub“.

Peter Koch, musikalischer Leiter des Musicals, Regisseurin Silke Terwani, Carolin Kraemer und Falk Schlüter proben Lieder aus „Ritter Rost macht Urlaub“.

Ulli Dackweiler

Peter Koch, musikalischer Leiter des Musicals, Regisseurin Silke Terwani, Carolin Kraemer und Falk Schlüter proben Lieder aus „Ritter Rost macht Urlaub“.

Peter Koch ist voll des Lobes: „Du hast das toll gemacht“, sagt er. „Du solltest dich einem Chor anschließen.“ Anna Marinos, neun Jahre alt, strahlt und räumt ihren Platz für den nächsten Kandidaten im Vorsingen.

Beim Casting für das Kindermusical „Ritter Rost macht Urlaub“ haben sich 22 Jungen und Mädchen zwischen acht und 16 Jahren um eine der zehn Rollen beworben. An den ersten beiden Wochenenden nach den Sommerferien finden acht Aufführungen im Forum Wasserturm in Lank statt. Auf der dortigen Bühne wählten der musikalische Leiter Peter Koch und Regisseurin Silke Tewari jetzt die neue Besetzung aus.

„Wir haben mehr als 300 Klavier- und mehr als 100 Geigenschüler. Schade, dass kaum einer mitmachen wollte.“

Peter Koch, Musiklehrer, über die Resonanz aus Meerbusch

Gesucht wurden 20 junge Sänger und Sängerinnen, denn jede Rolle wird doppelt vergeben. Peter Koch erarbeitet schon zum 14. Mal ein Musical um „Ritter Rost“. Er freut sich, als Falk Schlüter hereinkommt, der Titelheld von 2016. Hofft der Düsseldorfer erneut auf die Hauptrolle? „Das ist mir total egal“, antwortet Falk, „es muss ja nicht gerade die Prinzessin sein.“

Der Neunjährige sei nicht der einzige „Wiederholungstäter“, sagt Peter Koch. „Trotzdem, ohne Casting geht es nicht. Ein Jahr ist lang. Da erinnert man sich an eine kindliche Stimme und horcht auf, weil sie sich zu einer tollen Musicalstimme entwickelt hat.“ Einige seiner Schützlinge studierten später Gesang, etwa Amandine Cadé, die heute zum Ensemble des Eduard von Winterstein-Musiktheaters in Annaberg in Sachsen gehört.

Die Rollen fürs Musical werden erst später verteilt

Falk Schlüter strebt dagegen keine Sänger-Karriere an. Musik macht ihm einfach Spaß. Er ist Mitglied im Meerbuscher Chor „Die Stahlstimmen“, nimmt Gesangsunterricht und spielt Klavier. Unerschrocken legt er los: „Zieh den Kopf ein“, beginnt sein „Ritter-Rost“-Lied, „oh je, das überleb ich nicht, und wenn, dann übergeb ich mich!“

Einwandfrei singt er auch die von Peter Koch am Klavier vorgegebenen Akkorde nach. Die 15-jährige Carina Blick aus Büderich tritt ebenfalls selbstbewusst auf. „Ich hatte schon so viele Nebenrollen, aber noch nie eine richtige Singrolle“, sagt sie. „Dann wird es ja mal Zeit“, murmelt der Lehrer und lacht. Carina, die drei Instrumente – Blockflöte, Klarinette und Gitarre – spielt, trägt nach einem Musical-Lied den Pop-Song „Ich bin doch keine Maschine“ vor. Was er hört, gefällt Peter Koch: „Du wirst jedes Jahr besser.“

Nach ihr tritt Emilia Whittle aus Erkrath an. Erst wirkt die Elfjährige schüchtern. Doch dann beginnt sie zu singen – mit Erfolg. Selbst ganz hohe Tonfolgen gelingen ihr bei den Übungen erstaunlich sicher. Den „Dracula Rock“ aus dem Musical wünscht sich die Regisseurin noch ein zweites Mal, „aber bitte etwas gruseliger“.

Am Ende des Castings steht dann fest: Anna, Falk, Carina und Emilia haben es geschafft. Alle vier dürfen bei dem Musical im September mitwirken. Die einzelnen Rollen werden erst später verteilt.

Mit den Talenten der Kandidaten, die singen, tanzen und spielen müssen, war der musikalische Leiter Peter Koch zufrieden. Mit der spärlichen Auswahl jedoch nicht. „Die Meerbuscher unter ihnen werden immer weniger“, bedauert Koch. Kopfzerbrechen machen ihm die Schwierigkeiten, junge Musiker für „Ritter Rost“ zu finden. Als Lehrer an der Musikschule Meerbusch kennt er sich aus: „Wir haben mehr als 300 Klavier- und mehr als 100 Geigenschüler“, sagt er. „Schade, dass kaum einer mitmachen wollte.“ Die Aufführung habe schließlich die Band „The Mercy Boys“ gerettet, „aber nur um Haaresbreite“.

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