Musikschulleiterin arbeitet zielstrebig an der Modernisierung der Musikschule – personell und fachlich.

im gespräch
Leiterin Anne Burbulla hofft weiterhin auf die Unterstützung der Politik bei der Erneuerung der Musikschule.

Leiterin Anne Burbulla hofft weiterhin auf die Unterstützung der Politik bei der Erneuerung der Musikschule.

Ingel

Leiterin Anne Burbulla hofft weiterhin auf die Unterstützung der Politik bei der Erneuerung der Musikschule.

Meerbusch. Sie ist viel unterwegs: Die Musikschulleiterin Anne Burbulla hat sich in Meerbusch gut eingelebt. Wenige Schritte über den Flur führen sie zudem direkt ins Büro der Kulturdezernentin: Die Musikschulverwaltung ist vom Kaustinenweg in Strümp an den Bommershöfer Weg in Osterath umgezogen.

Dieser Umzug prägte den Start von Burbullas Tätigkeit in Meerbusch am 1. Juni des vergangenen Jahres. Ihr Wohnort ist Mönchengladbach. „Über die Autobahn bin ich schnell in Meerbusch“, sagt Burbulla. Ebenso unkompliziert macht sie sich von da aus regelmäßig auf den Weg nach Ochsenhausen, wo ihr Mann als Chorleiter und Musiklehrer arbeitet.

Frischer Wind im Fächerkanon

Anne Burbulla managt in Meerbusch 43 Lehrer (davon 14 Honorarkräfte) und etwa 1000 Musikschüler. Zielstrebig, aber dennoch behutsam will sie die Einrichtung umbauen. Mit dem Musiker Daniel Goldkuhle, der E-Gitarre unterrichtet, Bands aufbauen und Workshops anbieten will, hat sie einen Anfang gemacht. „Von solch einem Angebot verspreche ich mir viele Impulse.“

Dass sie auf diesem Weg nicht zusätzliches Personal einsetzen kann, weiß die Musikschulleiterin. Pensionierungen eröffnen ihr Chancen. Die nach eigenem Bekunden sehr hohe Fluktuation bei den Honorarkräften hofft Burbulla mit der Erhöhung des Honorars stoppen zu können. „Musikschüler brauchen Verlässlichkeit.“

Neuerungen gibt es auch in der Struktur: Auch Goldkuhle ist Mitglied eines Fachleiterteams, in dem Vertreter aller Musikschul-Bereiche präsent sein werden. „Ich will die strategische Entwicklung der Musikschule mit den Lehrkräften gemeinsam gestalten“, betont Burbulla. Dazu sei ein Team aus so genannten Kernbereichsmitarbeitern um sie herum hilfreich. „Ich kann halt nicht mit jedem sprechen.“

Das Lehrerteam soll strategische Ausrichtung mitbestimmen

Anne Burbulla ist seit Juni 2010 Leiterin der Musikschule Meerbusch. Aktuell unterrichten 43 Lehrer etwa 1000 Schüler.

Um ihr Überleben zu sichern, intensiviert die Schule ihre Neuausrichtung: Der Fächerkanon wird um Populäres erweitert, es gibt einen Bandproberaum, der Kontakt zu den Schulen soll intensiviert werden. Die Ensemble- und Orchesterarbeit soll wiederbelebt werden. Statt sich für ein Jahr zu binden, können Schüler nach einem halben Jahr aus dem Unterricht aussteigen, aber ebenso auch leichter einsteigen.

Der Teamgedanke ist ihr an der Schule ebenso wichtig wie die Öffnung des Fächerkanons und ein Wiederaufleben der Ensemble- und Orchesterarbeit. Burbulla schätzt ihr „sehr heterogenes Kollegium“, seine „individualistisch geprägten Persönlichkeiten“. Die will sie zusammenführen und hofft, dass sich in naher Zukunft alle als Schulgemeinschaft mit gemeinsamen Aufgaben und Zielen verstehen. „Das ist eine hohe Herausforderung und ein langer Weg“, sagt Burbulla gut gelaunt.

Eine Schnuppertour nach Kaustinen

Auf eine Herausforderung ganz anderer Art freut sie sich im März: Mit der Folkloregruppe Bordun und deren Leiterin Hildegard Neuherz wird sie für fünf Tage ins finnische Kaustinen reisen. Auf Vermittlung der ehemaligen Musikschulleiterin Ingrid Kuntze war Ende vergangenen Jahres der langjährige Kontakt zwischen der Musikschule Meerbusch und dem Musikgymnasium in Kaustinen – ein Internat für talentierte junge Musiker des Landes – wiederbelebt worden. Finnische Jugendliche, ihre Musiklehrerin sowie Schulleiterin Taina Lehtonen knüpften bei dem Besuch neue Bande mit Meerbusch.

„Ich will sie und das Land kennenlernen“, sagt Anne Burbulla. Kaustinen sei ein fernes Ziel, „aber spannend und interessant“. Vor Ort will sie die Chancen einer wieder intensiveren Partnerschaft prüfen. Es gebe noch immer viele Anknüpfungspunkte. „Zu Beginn war die Folklore das Verbindungselement, heute ist alles universeller. Das kann sehr befruchtend für beide Seiten sein.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer