In einer hitzigen Diskussion im Sportausschuss wehren sich Anwohner gegen den Ausbau des SSV-Sportplatzes.

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Fünf von „einigen hundert“: Walter Fröhlich, Manfred Albrecht, Beate Fröhlich, Sabine Bull und Heiner Geisler (v.l.) wehren sich gegen den ihrer Meinung nach viel zu massiven Ausbau des Sportgeländes in Strümp und verlangen eine Alternativplanung.

Fünf von „einigen hundert“: Walter Fröhlich, Manfred Albrecht, Beate Fröhlich, Sabine Bull und Heiner Geisler (v.l.) wehren sich gegen den ihrer Meinung nach viel zu massiven Ausbau des Sportgeländes in Strümp und verlangen eine Alternativplanung.

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Fünf von „einigen hundert“: Walter Fröhlich, Manfred Albrecht, Beate Fröhlich, Sabine Bull und Heiner Geisler (v.l.) wehren sich gegen den ihrer Meinung nach viel zu massiven Ausbau des Sportgeländes in Strümp und verlangen eine Alternativplanung.

Strümp. In der Regel sind die Kommunalpolitiker in Ausschusssitzungen weitgehend unter sich. Doch immer wieder einmal gibt es Aufregerthemen, die dazu führen, dass sogar die Stehplätze im Sitzungssaal kaum ausreichen.

So geschehen am Donnerstagabend im Schul- und Sportausschuss, als der geplante Neu- und Ausbau der Sportanlage in Strümp auf der Tagesordnung stand. Die Aktionsgemeinschaft "Lebenswertes Strümp" hatte in einem Bürgerantrag massive Kritik gegen das Bauvorhaben erhoben und nutzte in der von Zwischenrufen geprägten Sitzung die Gelegenheit, ihre Argumente vorzutragen.

"Die Anwohner werden durch den Lärm, das Flutlicht und den zusätzlichen Verkehr leiden", so Sprecher Walter Fröhlich, der sein Unverständnis über "das Hineinquetschen von insgesamt drei Fußballplätzen in das vorhandene Areal bis 35 Meter an Baugrundstücke heran" ausdrückte. Er forderte eine ergebnisoffene Studie, die eine Alternativplanung zum Ziel haben sollte. Und: "Wir sind nicht nur ein paar Anwohner, wir sind einige Hundert!" Eine entsprechende Unterschriftenliste wurde dem Ausschuss übergeben.

Preisverfall der Grundstücke führt zu einem Wegzug

Ein Horrorszenario mit taghell erleuchteten Kinderzimmern am späten Abend, einem Preisverfall der Grundstücke, dem Wegzug der Anwohner vom Mönkesweg und einer daraus resultierenden "Eskalation der Situation" entwarf zudem Heiner Geisler von der Strümper Aktionsgemeinschaft.

Die Verwaltung zeigte sich unbeeindruckt. Der Technische Dezernent Just Gérard verwies auf das Lichtgutachten, das keinerlei Gesundheitsbeeinträchtigungen befürchten lasse. "Eine Fassadenaufhellung ist dank spezieller Leuchtmittel, deren Verwendung im Bebauungsplan festgeschrieben ist, im nicht mehr nachweisbaren Bereich", assistierte Grünflächen-Fachbereichsleiter Rolf Schmidt.

Laut einem Lärmschutzgutachten sei darüber hinaus werktags bei höchster Auslastung allenfalls mit 48 Dezibel zu rechnen, erlaubt seien 50, so Schmidt. Am Wochenende verringere sich der erwartete Wert sogar auf 46, dann wären sogar 55 Dezibel noch im grünen Bereich. "Wir fühlen uns rechtlich auf der sicheren Seite", sagte Gérard und riet den Anwohnern im Rahmen der Offenlegung ihre Einwendungen vorzubringen. "Hier wird jedenfalls nichts unter den Teppich gekehrt."

Während die FDP sich mit mit den Antragstellern solidarisch zeigte, waren es vor allem Vertreter der CDU, die die jetzige Planung verteidigten. Gabriele Pricken verwies darauf, dass mit dem Meerbusch-Gymnasium, der Martinus-Grundschule und der Raphaelschule auch Schüler von der neuen Anlage profitieren würden. Mit den rund 1000 Mitgliedern des SSV Strümp käme man so schnell auf 3000 potenzielle Sportler, die den Platz nutzen würden.

Bis auf Eisenbrand liegen alle Sportplätze in Wohngebieten

Mike Kunze sprach auch als Vorsitzender des Stadt-Sport-Verbandes, als er darauf hinwies, dass bis auf den Eisenbrand alle Sportplätze in Wohngebieten lägen. Der beantragten Aufteilung des Sportgeländes unter Einbeziehung des Gewerbegebietes in der Nähe begegnete er mit einer Frage, die für Buh-Rufe sorgte: "Wollen Sie abends ihre minderjährige Tochter im Dunkeln über den Acker nach Hause schicken?"

Die Offenlegung der Planung für vier Wochen erfolgt im November. Über die Bürgeranregung wird nach verwaltungsinterner Prüfung im Planungsausschuss weiter beraten und abgestimmt.

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