Service: Grüne regen Bürgerbus-Konzept für den Nahverkehr in Meerbusch an.

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Im September nahm der Bürgerbus in Erkrath den Betrieb auf. Gertrud Becker (l.) nutzt den Service des neuen Nahverkehrsmittels gern. Die Grünen regen das Modell auch in Meerbusch an. (Archiv

Im September nahm der Bürgerbus in Erkrath den Betrieb auf. Gertrud Becker (l.) nutzt den Service des neuen Nahverkehrsmittels gern. Die Grünen regen das Modell auch in Meerbusch an. (Archiv

Thomé

Im September nahm der Bürgerbus in Erkrath den Betrieb auf. Gertrud Becker (l.) nutzt den Service des neuen Nahverkehrsmittels gern. Die Grünen regen das Modell auch in Meerbusch an. (Archiv

Meerbusch. Eine Anfrage der Grünen im Bau- und Umweltausschuss brachte die Idee eines Bürgerbusses für Meerbusch auf den Tisch. Helmut Höhn, Leiter der Verkehrswirtschaft bei der Rheinbahn in Düsseldorf, betonte gegenüber dem Ausschuss, dass die Rheinbahn die Idee unterstützen würde, wenn sie sich in Meerbusch durchsetzen würde.

Darum geht es: Nach dem Konzept des Bürgerbusses wird der Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs von einem Verein mit einem Kleinbus und ehrenamtlichen Fahrern organisiert. Der Bus verkehrt nach festgelegtem Fahrplan und bedient festgelegte Haltestellen.

Lücken im Nahverkehrsnetz können geschlossen werden

Ziel eines solchen Bürgerbusprojektes ist, Lücken im Nahverkehrsangebot zu schließen. Unter dem Motto "Bürger fahren für Bürger" starteten Mitte der 80er Jahre sechs Bürgerbus-Modellvorhaben in NRW: So fuhr 1985 der erste Bürgerbus Nordrhein-Westfalens in den münsterländischen Gemeinden Legden und Heek. Weitere Projekte wurden in Willich und Korschenbroich, das jüngste im August dieses Jahres in Erkrath gestartet.

Helmut Höhn wies im Bauausschuss jedoch auch auf die Schwierigkeiten hin: So müsste man Fahrer finden, die zuverlässig und regelmäßig bereit seien, diese Idee ehrenamtlich zu unterstützen, und zudem Mitglieder, die sich um Organisation und Buchhaltung kümmerten. Auch seien die Ansprüche und Vorgaben für die möglichen Fahrer relativ hoch. Die Rheinbahn schule die Fahrer für einen Tag auf dem eigenen Betriebsgelände und führe zum Schluss eine Fachprüfung durch. "Wer die nicht besteht, den lassen wir auch nicht ans Steuer", so Höhn.

Rheinbahn und Land unterstützen Bürgerbusvereine

Der Großteil der Anschaffungskosten für einen geeigneten Bus - etwa 32000 Euro - würde vom Land übernommen, den Rest könne die Rheinbahn als Darlehen zur Verfügung stellen, erläutert Höhn. Darüber hinaus bekommen die Bürgerbusvereine vom Land eine jährliche Organisationspauschale (5000 Euro) für vereinsinterne Zwecke, also Bürokosten, Aufwandsentschädigungen an den Vorstand und die Fahrer, Gesundheitsuntersuchungen und Gebühren.

Interessierte müssen sich zusammenschließen

Bürgerbusse basieren auf dem Prinzip der Selbstverantwortung der Bürger. Ein ehrenamtlich tätiger Verein ist Betreiber des Bürgerbusses.

Als Bürgerbusfahrzeuge werden Kleinbusse mit acht Fahrgastsitzplätzen, die speziell für die ÖPNV-Aufgabe umgebaut werden, einsetzt, da die meisten ehrenamtlichen Fahrer lediglich über einen Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) verfügen. Um den konzessionsrechlichen Bestimmungen der Personenbeförderungsrechts zu genügen, begleitet ein Verkehrsunternehmen mit seinem fachlichen Knowhow das Bürgerbusprojekt.

Zurzeit gibt es in NRW 92 Kommunen mit Bürgerbusverkehren, die von 97 Bürgerbusvereinen getragen werden.

Ob diese Idee eine Ergänzung des bestehenden ÖPNV-Angebots in Meerbusch werden kann, ist noch unklar. Interessierte Bürger, die die Idee aufgreifen wollen, finden ausführliche Anleitungen, Rahmenbedingungen und sonstige Informationen im Internet.

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