Meerbuscher Parteien und Vereine wollen sich gemeinsam gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzen.

Zusammenschluss
Etwa 200 Meerbuscher demonstrierten im vergangenen Jahr gegen Intoleranz. Archiv

Etwa 200 Meerbuscher demonstrierten im vergangenen Jahr gegen Intoleranz. Archiv

Ulli Dackweiler

Etwa 200 Meerbuscher demonstrierten im vergangenen Jahr gegen Intoleranz. Archiv

Meerbusch. Ein entschiedenes Nein zu Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz: Anfang Februar soll ein „Bündnis Meerbusch gegen Rechts“ gegründet werden. Das sagte SPD-Ratsherr Hans Günter Focken, der auch Vorsitzender des Sozialausschusses im Stadtrat ist. Ein genauer Termin für die Gründung des Bündnisses, das von allen Parteien in Meerbusch unterstützt wird, werde derzeit noch ausgelotet.

„Parolen wie ‚Ausländer raus‘ oder dergleichen passen nicht zu Meerbusch“, betonte Focken. Die Stadt setze auf kulturelle Vielfalt sowie ein friedliches Zusammenleben der Nationen. Zuwanderer seien für ganz Deutschland eine enorme Bereicherung.

Auslöser war unter anderem eine Kundgebung der NPD

Einer der Auslöser für das anstehende „Bündnis Meerbusch gegen Rechts“ war eine Kundgebung der rechtsextremen NPD im November Ende vergangenen Jahres in Bösinghoven. Neun NPD-Mitglieder waren vor dem Gebäude des ehemaligen Kindergartens 71 aufgezogen, das damals zu einer vorübergehenden Flüchtlingsunterkunft umgebaut wurde. Sie trafen auf 200 Meerbuscher, die gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz demonstrierten.

Auch wenn die NPD-Mitglieder zahlenmäßig den Gegendemonstranten weit unterlegen waren: Dass eine solche Kundgebung von Rechtsextremen in Meerbusch vor einer künftigen Flüchtlingsunterkunft überhaupt stattfand, hatte viele in der Stadt schockiert.

Die Vereine der Stadt werden derzeit angeschrieben

Das „Bündnis Meerbusch gegen Rechts“ solle ein Zusammenschluss von verschiedenen Kräften sein, sagte Focken. Derzeit würden Vereine in der Stadt angeschrieben und zum Mitmachen ermuntert. Konkrete Aktionen seien noch nicht geplant. „Das muss alles wachsen“, sagt Focken.

Am kommenden Montag (12. Januar) ab 18.30 Uhr
 

Auf dem Johannes-Rau-Platz in Düsseldorf

Bürgerbündnis „Düsseldorfer Appell“. Dazu gehören etwa die Parteien SPD, Grüne und FDP, die beiden großen Kirchen, die Gewerkschaften DGB und Verdi, Amnesty International, die Arbeiterwohlfahrt, die Düsseldorfer Jonges, der Düsseldorfer Wegweiser und die Organisation Menschen für den Frieden.
 

Er setzt sich vor allem für mehr Aufklärung ein. Den Bürgern müsse klargemacht werden, dass von Asylsuchenden beziehungsweise Ausländern keine Gefahr ausgeht. Flüchtlinge seien Menschen in einer Notsituation, denen geholfen werden müsse. Zuwanderer würden nicht zuletzt angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels überall in Deutschland dringend gebraucht.

Focken kann sich vorstellen, dass es demnächst Aufklärungsveranstaltungen etwa im Jugendcafé (JuCa) in Osterath oder auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich geben könnte. Denkbar sei auch ein Konzert gegen Rechts.

Aber auch die für kommenden Montag in Düsseldorf geplante Demonstration des Düsseldorfer Ablegers der islamkritischen Bewegung „Pegida“ („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) beunruhigt viele Meerbuscher. Der Ruf, sich an der Gegendemonstration zu beteiligen, wird immer lauter.

Führende Vertreter aller Meerbuscher Parteien kritisieren die „Pegida“-Bewegung. Viele, die sich einem „Pegida“-Zug anschließen, wüssten nicht, auf wen sie sich einließen. Sie sähen Zuwanderer als Gefahr und fühlten sich von ihnen bedroht. Hierauf müssten Demokraten eingehen und Informationsarbeit leisten, hieß es.

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