Neun Schülerinnen des Matarés schnupperten in London in die Berufswelt.

Lehrer Karsten Hüttermann hat den Aufenthalt für seine Schülerinnen organisiert.
Lehrer Karsten Hüttermann hat den Aufenthalt für seine Schülerinnen organisiert.

Lehrer Karsten Hüttermann hat den Aufenthalt für seine Schülerinnen organisiert.

Peter Langer

Lehrer Karsten Hüttermann hat den Aufenthalt für seine Schülerinnen organisiert.

Büderich. Victoria Sunderland war sogar in einer indischen Tempelschule und hat dort einen Schulgottesdienst miterlebt. "Das war im Prinzip gar nicht so anders, als die Gottesdienste hier. Der Brahmane hat den Kindern erklärt, welche Wege es gibt, im Alltag ein besserer Mensch zu sein."

Mit vielen Erfahrungen wie dieser sind neun Schülerinnen der Stufe 11 des städtischen Mataré-Gymnasiums von einem zehntägigen Praktikum aus London zurückgekehrt. "Es ist eine entscheidende Station für die gut 17-jährigen Jugendlichen, wenn sie nicht nur Erfahrung im Berufsalltag, sondern diese noch dazu in einem anderen Land und einer anderen Sprache sammeln können", erklärt Karsten Hüttermann. Der Lehrer für Englisch, Erdkunde und Religion hat die Schülerinnen begleitet und stand für administrative Fragen zur Verfügung, musste jedoch kaum aktiv werden.

Kein einziger Junge hat von der Chance Gebrauch gemacht

Denn die Praktika wurden von Partnerschulen des Mataré-Gymnasiums, der Haberdashers’ Aske’s School und der St. Margaret’s School-beide im Norden von London-organisiert. Beide Schulen haben dafür einen Industrial Fellow, einen eigenen Ansprechpartner.

So durften die Schülerinnen in der Deutschen Schule in London hospitieren, oder in Werbeagenturen, Hotels, dem Opernhaus und der Niederlassung der WestLB mitarbeiten. "Ich war dort in der Abteilung für Einkäufe, wo vom Bleistift bis zum Flugticket alle finanziellen Aufwendungen geregelt werden", berichtet Laura Niculae. Dort hatte sie sogar einen eigenen Schreibttisch mit Telefon und Computer. "Ich war richtig eingebunden." Ihre Mitschülerinnen haben die gleichen Erfahrungen gemacht: Nirgendwo standen sie im Weg, sondern konnten ihre Fähigkeiten einbringen.

Doch auch Schulbesuche standen auf dem Programm, bei dem die neun Praktikantinnen in den Alltag englischer Privatschulen hineinschnuppern konnten-und sich an das Tragen von Schuluniformen gewöhnen mussten. Mit positivem Ergebnis. "Das ist gar nicht mal so schlecht", sagt Anna-Lena Grimm. "Es gibt dadurch einen klaren Unterschied zwischen Lernen und Freizeit, der einem durch diese Uniform erst bewusst wird", ist Charlotte Vossel überzeugt.

Zusammen teilen sie die Auffassung, dass ein Praktikum im Ausland, möglichst während der Schulzeit, unerlässlich ist, um im Berufsleben bessere Chancen zu haben. "Wenn man das schafft, schafft man später auch andere Hürden", meint Victoria.

Warum kein einziger Junge von der Chance des Auslandspraktikums Gebrauch gemacht hat, kann Lehrer Karsten Hüttermann selbst nicht sagen. "Wir haben genug die Werbetrommel gerührt." Doch einen Lichtblick gibt es: Für das Praktikum der kommenden Stufe 11 im nächsten Jahr haben sich schon Schüler angemeldet, darunter auch mehrere Jungs.

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