Kälte: Auch in der Jugendfarm Arche Noah in Büderich hat das Mitarbeiter-Team mit den eisigen Temperaturen zu kämpfen.

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Kaschgora-Ziege Kaspar friert kein bisschen, muss aber noch lernen, sich gegen ihre Artgenossen durchzusetzen.

Kaschgora-Ziege Kaspar friert kein bisschen, muss aber noch lernen, sich gegen ihre Artgenossen durchzusetzen.

Ingel

Kaschgora-Ziege Kaspar friert kein bisschen, muss aber noch lernen, sich gegen ihre Artgenossen durchzusetzen.

Büderich. Wenn die Temperaturen unter Null Grad fallen, bibbern nicht nur die Menschen, auch manche Tiere geraten ins Frösteln. In der Jugendfarm Arche Noah in Büderich hat das Pflegerinnen-Team in diesen Tagen aber noch ganz andere Schwierigkeiten. "Das größte Problem ist die Wasserversorgung", erzählt Leiterin Hildegard Miedel.

"Wir haben hier auf dem Gelände keine unterirdischen Leitungen, sondern eher semiprofessionelle Schlauchkombinationen zu den Ställen. Da kann das Wasser schnell mal gefrieren." Auch auf den Trinknäpfen der Tiere liegt morgens eine Eisschicht. Miedel hat aber einen Weg gefunden, das Eis unkompliziert zum Schmelzen zu bringen: "Warmes Brunnenwasser, das dampft richtig, wenn es taut."

Der Andrang an der Kasse hält sich momentan ziemlich in Grenzen. "Der Dezember war absolut tote Hose", räumt Miedel unumwunden ein. "Da muss man in den Sommermonaten schon gut haushalten können."

Zum Glück gebe es um die Weihnachtszeit meist die ein oder andere Spende, die der Streichelzoo zurzeit auch dringend benötigt, um die Ponyställe zu reparieren. "Die stehen an der tiefsten Stelle des Geländes, da kriegen unsere neun Ponys und die drei Esel schnell mal nasse Füße", klagt die Leiterin, die sich nur ungern an den "Jahrhundertregen" im Juli vergangenen Jahres erinnert: "Da stand das Wasser schon weit vor den dann auch noch abgesackten Ställen kniehoch und Holzbalken kamen uns entgegen geschwommen."

"Der Dezember war absolut tote Hose"

Hildegard Miedel, Leiterin der Arche Noah, zum Umsatz der Jugendfarm im Winter

Die jungen Helferinnen der Arche hätten dabei bewiesen, dass sie alle über ein großes Herz verfügen. "Sie haben auf dem Treibholz kleine Mäuschen vor dem Ertrinken gerettet", lacht Miedel.

Von den Tieren der Arche würden vor allem die Braut- und Rotschulterenten - im Gegensatz zu den robusten Wildenten - unter der Kälte leiden. "Die haben wir in einer dramatischen Aktion gerettet", erinnert sich die Büdericherin. "Die hatten dicke Eisklumpen im Gefieder. Wir mussten sie vom zugefrorenen Teich holen, obwohl die Eisfläche alles andere als stabil war." Die Enten hätten vorläufig in der Vogelvoliere Unterschlupf gefunden. "Sie verhalten sich wie vorbildliche Gäste", lobt die Leiterin der Jugendfarm.

Auch die Kaninchen in den acht für sie vorgesehenen Häusern zittern für die Besucher sichtbar und kuscheln sich eng aneinander. Den betagten Hahn Felix hatte Miedel schon fast abgeschrieben, jetzt erholt er sich aber wieder im Wärmehaus und pickt fröhlich an seiner Honigmelone herum.

Schweinesuppe für die freiwilligen Helferinnen

Dem Neuankömmling in der Arche Noah macht die Kälte dagegen wenig aus: Ziege Kaspar ist eine echte Rarität, denn der acht Monate alte Bock ist eine seltene Kreuzung aus einer Kaschmir- und einer Angora-Ziege. "Das nennt man dann Kaschgora", freut sich Miedel über den Zuwachs. Allerdings wird Kaspar von seinen Artgenossen noch ein wenig gemobbt. "Wir müssen ihm sein Fressen in einem Extra-Stall geben, sonst lassen ihm die anderen nichts übrig", erzählt die Ziegen-Liebhaberin.

Ohne die freiwilligen Helferinnen, die sich auch von den Minusgraden nicht abschrecken lassen und emsig ihren Aufgaben in der Arche nachgehen, wäre die Arbeit gar nicht zu bewerkstelligen, bekräftigt Miedel, die sich auf ihre ganz besondere Art bedankt. "An den kalten Tagen gibt es für alle meine Schweinesuppe. Das ist eine herzhafte Kartoffel-Gemüsesuppe mit viel Porree und Semmelknödeln. Die schmeckt - und wärmt natürlich."

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