Am Ende der Podiumsdiskussion zwischen Ställen steht die Suche nach Sponsoren.

wza_1500x1123_547079.jpeg
Hildegard und Hans Miedel sorgen sich um den Fortbestand der Arche Noah. (Archiv

Hildegard und Hans Miedel sorgen sich um den Fortbestand der Arche Noah. (Archiv

Auf der Jugendfarm lernen Kinder und Jugendliche im Kontakt mit Tieren, Verantwortung zu übernehmen. (Archiv

Peters, Bild 1 von 2

Hildegard und Hans Miedel sorgen sich um den Fortbestand der Arche Noah. (Archiv

Büderich. Podiumsdiskussion in der Arche Noah: Das hat es in Meerbusch so auch noch nicht gegeben. Hildegard Miedel, die Gründerin der Jugendfarm im Süden von Büderich, hat die Vertreter der Ratsfraktionen CDU, SPD, FDP und Grüne, sowie die kandidierende UWG Mehr Meerbusch am Sonntag aus einem konkreten Grund eingeladen: Sie fürchtet um den Erhalt ihres Lebenswerks.

Miedel appelliert immer wieder an die hohe Verantwortung der politischen Entscheidungsträger für Mensch und Tier in ihrer Arche Noah anführen, damit die "bestimmt noch ein Weilchen bleibt", wie es der CDU-Parteichef Lutz Lienenkämper ihr versprochen habe.

wza_1039x1500_547080.jpeg
Hildegard und Hans Miedel sorgen sich um den Fortbestand der Arche Noah. (Archiv

Hildegard und Hans Miedel sorgen sich um den Fortbestand der Arche Noah. (Archiv

Auf der Jugendfarm lernen Kinder und Jugendliche im Kontakt mit Tieren, Verantwortung zu übernehmen. (Archiv

Ingel, Bild 1 von 2

Auf der Jugendfarm lernen Kinder und Jugendliche im Kontakt mit Tieren, Verantwortung zu übernehmen. (Archiv

Für einen gewissen Zeitraum nicht ins Blaue leben, nennt Miedel das und erinnert als "uralte Büdericherin" an die vielen Viehhöfe, die nach und nach der Bebauung weichen mussten "Wir dürfen die Natur in dieser technisierten Welt nicht unterschätzen. Pflanze heute einen Baum, auch wenn morgen die Welt untergeht. So grün ist Büderich nun auch wieder nicht. Eigentlich gibt es bloß den Wald."

Ihr Plädoyer wird lautstark unterstützt von Luisa und Amelie. Die jungen Besucherinnen formulieren stellvertretend für alle Aktiven auf der Jugendfarm, was sie ängstigt: "Was wird bloß aus den Tieren, wenn geschlossen wird?"

Norbert Friedrich (SPD) meint darauf: "Nicht zu beantworten, weil nicht auszudenken." Außerdem wären die entsprechenden Grundstücke planungsrechtlich immer noch als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen, die Basis jedweder Änderung so nicht gegeben. Die Arche sei wichtig und besonders wichtig ihr Standort, sonst gehe die Seele verloren und die könne man nicht verpflanzen.

Weder Umzug noch Umbau oder Neustart wären zudem finanzierbar. Sein Appell: "Wir haben keine zweite Natur im Tornister."

Die Liste der Kinder "Pro Arche" ist so lang wie positiv: Freundschaften pflegen, Lernen in Teamwork, sinnvolle Unterhaltung, kostenloses Hobby, erster Anlaufpunkt vor der Haustür, Altersgruppen übergreifendes Angebot. Sigi-Sauber-Tag, Zelten, Ausflüge und ein Ausgleich für den schweren Schulalltag - was die Arche biete, sei einfach einmalig.

Die Kinder wären richtig verliebt in die Tiere und lernten besonders auch alte, sterbende Tiere zu pflegen, betont Hildegard Miedel.

Unter dem Motto "Die Arche ist parteiübergreifend" bezogen auch die Parteienvertreter (mit Ausnahme der Zentrumspartei) Position, die mit der Anlage an der Marienburger Straße vertraut sind und sie schätzen. SPD-Ratsfrau Ilse Niederdellmann steht den angedeuteten Mischbebauungsplänen "bei sinkenden Bevölkerungszahlen und enormem Flächenschwund in Meerbusch" kritisch gegenüber.

An die Realisierung des Traums der Kleinzoobesitzerin, die Grünfläche der Arche mit dem Ökotop Heerdt zu koppeln, um ein Senioren-Naherholungsgebiet zu schaffen, glaubt der Grüne Bürgermeisterkandidat Jürgen Peters nicht, wohl aber an die Wirksamkeit von Einigkeit - auch in der Finanzierung der Jugendfarm.

Fraktionsübergreifend stellte man nach einer friedlichen Sprech-Stunde in der Fauna der Arche fest: Weder Umzug noch Schließung des Streichelzoos stehen auf der politischen Tagesordnung.

Ein Arbeitskreis "Arche Noah" werde gleich im Anschluss an die Wahlen angegangen, verspricht Carsten Herlitz (CDU) am Ende. In einem Jahr soll es das nächste Treffen geben. Bis dahin werden Sponsoren für das Lebenswerk gesucht.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer