Podiumsdiskussion: Bürger gegen Fluglärm fühlen Landespolitikern auf den Zahn.

Die Landtagsmitglieder Heinz Sahnen (CDU), Oliver Keymis (Grüne) und Bodo Wissen (SPD) stellten sich den Fragen von Christoph Lange, dem Vorsitzenden der Initiative Bürger gegen Fluglärm und seines Stellvertreters Khaled Hussein. Die FDP war der Einladung nicht gefolgt.
Die Landtagsmitglieder Heinz Sahnen (CDU), Oliver Keymis (Grüne) und Bodo Wissen (SPD) stellten sich den Fragen von Christoph Lange, dem Vorsitzenden der Initiative Bürger gegen Fluglärm und seines Stellvertreters Khaled Hussein. Die FDP war der Einladung nicht gefolgt.

Die Landtagsmitglieder Heinz Sahnen (CDU), Oliver Keymis (Grüne) und Bodo Wissen (SPD) stellten sich den Fragen von Christoph Lange, dem Vorsitzenden der Initiative Bürger gegen Fluglärm und seines Stellvertreters Khaled Hussein. Die FDP war der Einladung nicht gefolgt.

Ingel

Die Landtagsmitglieder Heinz Sahnen (CDU), Oliver Keymis (Grüne) und Bodo Wissen (SPD) stellten sich den Fragen von Christoph Lange, dem Vorsitzenden der Initiative Bürger gegen Fluglärm und seines Stellvertreters Khaled Hussein. Die FDP war der Einladung nicht gefolgt.

Büderich. Ein bisschen leidtun konnte er einem schon: Heinz Sahnen hatte sich in Vertretung des verhinderten Landesverkehrsministers Lutz Lienenkämper auf Einladung der Bürger gegen Fluglärm auf das Diskussionspodium im Bürgersaal gewagt. Doch niemand schien das scheidende Landtagsmitglied der CDU gewarnt zu haben, dass die Fluglärmgegner in Meerbusch nicht nur ziemlich wütend auf die Landesregierung sind, sondern sich im Verlauf der Jahre auch tief in die Materie eingearbeitet haben.

Und so wurde der wenig vorbereitet wirkende verkehrspolitische Sprecher seiner Fraktion im Landtag schnell zum Buhmann. Seine Antworten variierten zwischen "Dazu kann ich nichts sagen" oder "Das kann ich aus der Hüfte geschossen nicht beantworten".

Sahnen zugute halten musste man allenfalls, dass er sich für die CDU stellte, während der Koalitionspartner in Düsseldorf, die FDP, durch Abwesenheit glänzte. Der Meerbuscher Liberale Klaus Rettig entschuldigte sich dafür vor den knapp 100 gewohnt aufgebrachten Zuhörern. Nachvollziehen könne er dieses Verhalten seiner Partei auch nicht.

Oliver Keymis (Grüne) und Bodo Wissen (SPD) verlebten im Gegensatz dazu einen angenehmen Abend. Die jeweiligen Positionen ihrer Parteien deckten sich weitestgehend mit den Forderungen der Bürgerinitiative. Vor allem der Meerbuscher Keymis nutzte sein Heimspiel, um mit Sachverstand und rhetorischen Spitzfindigkeiten die Zuhörer zu beeindrucken. Er zeigte sogar Mitleid für Sahnen, der "den Ausputzer" für Lienenkämper spielen müsse.

Nur einer redete an diesem Abend mehr, und das war der Vorsitzende der Bürgerinitiative: Christoph Lange konfrontierte die Podiumsteilnehmer mit den alten Vorwürfen. Er prangerte an, dass der Angerlandvergleich systematisch gebrochen werde und forderte die Einschaltung eines neutralen Gutachters bei der (Nicht-)Einhaltung der durch die Betriebsgenehmigung erlaubten Flugbewegungen - und sprach damit den Zuhörern im Saal ebenso aus der Seele wie SPD und Grünen.

Sahnen hatte da schon längst nichts mehr zu sagen, so dass sich die Anti-Stimmung ersatzweise auf Lienenkämper konzentrierte: "Der hat doch die Hosen voll", war noch einer der moderateren Zwischenrufe.

Die fehlende Kooperation der Flughäfen in Düsseldorf und Köln - unnötige Kurzstrecken- und Doppelflüge könnten so vermieden werden - kam ebenso zur Sprache wie die neueste Entwicklung der Nachtflüge. Die könnte den Anwohnern des Airports schlaflose Nächte bescheren: Denn nach einer Besserung 2009 (1321Nachtflüge im Sommer statt 1795 im Jahr zuvor) lasse die Zunahme der Flugbewegungen nach 23Uhr im ersten Quartal des laufenden Jahres (323 statt 146 in 2009) "Schlimmstes befürchten", wie Lange betonte.

Zum Abschluss waren sich alle Diskussionsteilnehmer in einem Punkt einig: Gegen eine Aushöhlung des Paragrafen 29b des Luftverkehrsgesetzes ("Auf die Nachtruhe der Bevölkerung ist in besonderem Maße Rücksicht zu nehmen") der laut Lange diskutiert werde, wollen sich alle drei Landespolitiker stemmen.

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